Mo, 21. Mai 2018

Wir haben die Fakten

03.10.2014 16:44

Medikamente und Alkohol – verträgt sich das?

Alkohol und Medikamente: Eine gute Idee oder besser die Finger davon lassen? Wir verraten, wann ein "Glaserl" erlaubt ist und in welchen Situationen es gefährlich wird.

Alkohol und die in Medikamenten enthaltenen Wirkstoffe haben vieles gemeinsam: Beide gelangen über die Schleimhäute von Magen und Dünndarm ins Blut, wirken an denselben Schaltstellen im Gehirn und werden in der Leber abgebaut. Der Nachteil dieser ähnlichen Verhaltensweisen: Alkohol und Arzneien beeinflussen einander. So wirken dadurch etwa bestimmte Mittel stärker oder schwächer bzw. machen schneller betrunken.

Wer auf Nummer sicher gehen will, beachtet daher am besten die vereinfachte Empfehlung, während jeglicher Medikamenteneinnahme auf Wein, Bier und Co. zu verzichten. Sich ganz streng daran zu halten, ist jedoch manchmal nicht nötig. Man sollte dann aber genau wissen, wann es gefährlich werden kann. Ein Überblick:

Alkoholverbot bei Antibiotikatherapie?
Für eine generelle Vorsicht gibt es keinen Grund. Wechselwirkungen sind nur mit den kaum mehr verwendeten Wirkstoffen Cefamandol und Griseofulvin beschrieben.

Vorsicht gilt jedoch beim Bestandteil Metronidazol (wird oft vom Gynäkologen bei bakteriellen Infektionen im Intimbereich verschrieben), das ein für den Alkohol wichtiges Abbauenzym hemmen kann. In diesem Fall darf man während der Therapie wirklich keinen Tropfen "Prozentiges" trinken!

Einnahme von Schmerzmitteln
Bei einer Tablette gegen Kopfweh und einem Achtel Wein sind die Gefahren überschaubar. Allerdings sollte es dann auch wirklich bei diesen Mengen bleiben. Mehr von dieser Kombination kann im harmlosesten Fall den Magen stark reizen, im schlimmsten sogar tödlich enden – vor allem, wenn der Wirkstoff Paracetamol im Spiel ist. Ganz die Finger von alkoholischen Getränken muss man bei Zufuhr starker Schmerzmittel lassen, die unter die Verschreibungspflicht fallen.

Der Wirkstoff Methothrexat…
wurde lange Zeit – allerdings in wesentlich höherer Dosierung – zur Behandlung von schwerer Schuppenflechte eingesetzt. Heute kommt er in lang wirksamen Rheumamitteln vor. Leider hat der Wirkstoff mitunter auch unerwünschte Nebenwirkungen, er kann z.B. Leberschäden verursachen. In Kombination mit Alkohol wird dieses Organ noch viel stärker angegriffen. Während einer Methothrexat-Behandlung ist daher unbedingt Alkoholverzicht angesagt!

Achtung bei medizinischen Cremen!
Kaum jemand weiß, dass es eine Wechselwirkung zwischen Alkohol und medizinischen Cremen gibt. Tatsache ist jedoch, dass die Kombination von Tacrolimus- oder Pimecrolimus-Salben (Wirkstoffe, die gegen Neurodermitis und Psoriasis eingesetzt werden) mit bereits geringen Mengen Alkohol reagieren und zu roten Flecken, Juckreiz und Schwellungen führen kann. Die Reaktion tritt häufig innerhalb weniger Minuten nach dem Trinken "eines Gläschens" auf und klingt nach etwa ein bis zwei Stunden von selbst wieder ab.

Kein Alkohol bei…
Dass Alkoholkonsum während einer Behandlung mit Schlaf- und Beruhigungsmitteln unbedingt vermieden werden muss, weil dadurch die Wirkung der Medikamente noch verstärkt wird, ist bekannt. Was viele aber nicht wissen: Dasselbe gilt auch für manche Antiallergika mit beruhigender Wirkung. Vor allem bei Einnahme von Arzneien mit den Wirkstoffen Cetirizin, Ketotifen und Dimenhydrinat, die abends zugeführt werden sollen, ist es daher besser, auf alkoholische Getränke zu verzichten. Im Zweifelsfall den Arzt oder Apotheker fragen!

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