Mi, 18. Oktober 2017

In einem Botnet

20.01.2014 10:23

Intelligenter Kühlschrank verschickt Spam-Mails

Botnets, die für Attacken auf Websites oder das Verteilen von Malware verwendet werden, bestanden bislang meist aus Windows-Rechnern. Jetzt hat das US-amerikanische IT-Sicherheitsunternehmen Proofpoint allerdings ein Botnet der etwas anderen Sorte entdeckt. Ihm gehören neben PCs auch Spam-Mails versendende Fernseher, Router und sogar ein intelligenter Kühlschrank an.

Den Sicherheitsforschern zufolge haben Cyberkriminelle begonnen, sich den Trend zu vernetzten Haushaltsgeräten und internetfähiger Unterhaltungselektronik zunutze zu machen und vermehrt Geräte zu attackieren, die gar keine Computer sind.

Den Beweis für diese Behauptung treten die Forscher mit einem kürzlich entdeckten Botnet namens "Thingbots" an, mit dem in den vergangenen Wochen eine Dreiviertelmillion Spam-Mails verschickt wurden. Den Namen wählte man, weil das Botnet zahlreiche internetfähige "Dinge" enthält.

Vernetzte Geräte immer interessanter für Angriffe
Die Absender der unerwünschten Mails: neben normalen Rechnern auch Router, Medienzentralen, Fernseher und zumindest ein Kühlschrank. Noch sei der Anteil intelligenter vernetzter Geräte an dem Botnet mit rund einem Viertel überschaubar, in Zukunft könnten vernetzte Geräte abseits des PCs aber für Cyberkriminelle zunehmend interessant werden.

Der Grund: Dieser Gerätesparte wird ein enormes Wachstumspotenzial prognostiziert, was den Internetgiganten Google erst kürzlich dazu veranlasste, einen Hersteller für vernetzte Thermostate und Rauchmelder zu übernehmen (siehe Infobox).

Experte warnt vor zukünftigen" Thingbot"-Botnetzen
"Botnets sind bereits ein großes Security-Thema und das Auftauchen von 'Thingbots' könnte die Situation noch viel schlimmer machen", warnt Proofpoint-Sicherheitsexperte David Knight. Mit "Thingbots" meint er Router, Kühlschränke, Thermostate und sonstige vernetzte Elektronik abseits des klassischen Computers.

Das Problem dieser Geräte: "Viele davon sind bestenfalls schlecht geschützt und die Kunden haben im Grunde keine Möglichkeit, um Infektionen zu entdecken oder zu beheben, wenn sie auftreten", so Knight. Es sei gut möglich, dass in den nächsten Jahren immer mehr Cyberangriffe über solche "Thingbot"-Botnets ausgeführt werden, da auch die Verbreitung entsprechender Geräte zunehmen werde.

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