Mi, 22. November 2017

„Idealer Ort“

11.12.2012 09:05

Huawei siedelt sich in Nokias Heimat Finnland an

Der chinesische Technologiekonzern Huawei investiert in der Heimat des kriselnden Handyherstellers Nokia 70 Millionen Euro in den Aufbau eines neuen Entwicklungszentrums. In der finnischen Hauptstadt Helsinki soll zunächst Software für Smartphones und Tablets mit den Betriebssystemen Android und Windows Phone 8 entwickelt werden, wie Huawei am Montag mitteilte. Das "offene und innovative Umfeld in Finnland" sei für Huawei "ein idealer Ort", um Forschung und Entwicklung insbesondere mit Blick auf mobile Endgeräte zu stärken, erklärte der Konzern.

In dem Forschungszentrum sollen zunächst 30 Angestellte arbeiten, die Zahl soll binnen fünf Jahren auf 100 anwachsen. In Helsinki werde damit eines der "Kernzentren" von Huawei im Bereich von Forschung und Entwicklung bei mobilen Endgeräten entstehen, erklärte der Konzern. Huawei beschäftigt in Europa bereits 7.000 Mitarbeiter. Im September kündigte der Konzern Investitionen von zwei Milliarden Dollar (1,56 Milliarden Euro) in Technologiezentren in Großbritannien an.

Fachkräfte von Nokia
Profitieren dürfte Huawei beim Bau des Entwicklungszentrums in Finnland von der Krise bei Nokia. Der bis vor kurzem weltgrößte Handyhersteller will bis Ende 2013 weltweit 10.000 Stellen abbauen - Huawei dürfte damit ohne Schwierigkeiten in Finnland Fachkräfte rekrutieren können. "Es gibt viele bestens ausgebildete Leute, die Huawei dabei helfen können, billige, mit Android laufende Smartphones für die wachsenden Märkte außerhalb Europas und der USA herzustellen", sagte Magnus Rehle von der Strategie-Beratung Greenwich Consulting.

Imageproblem
In anderen Ländern sehen Politiker den chinesischen Konzern mit Argwohn; sie fürchten Spionage und Cyberattacken. Der US-Kongress hatte erst im Oktober vor Huawei gewarnt; der Konzern stehe vermutlich unter dem Einfluss der Regierung in Peking. In Australien war Huawei aus Furcht vor Cyberangriffen vom nationalen Breitband-Netzwerk ausgeschlossen worden, das die Mehrheit der Australier ans besonders schnelle Internet anschließen soll. Der Konzern war von einem ehemaligen Ingenieur der chinesischen Volksarmee gegründet worden. Das Unternehmen weist die Vorwürfe als Vorurteile zurück.

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