Sa, 25. November 2017

„Dunkle Zeiten“

10.05.2012 15:08

Windows 8: Mozilla fürchtet neues Browser-Monopol

Es ist noch nicht einmal auf dem Markt, da schlagen Mozilla und Google bereits Alarm vor Microsofts kommendem Betriebssystem Windows 8. Der Grund: Unter Windows RT, der Windows-8-Variante für Geräte auf ARM-Basis, soll außer Microsofts Internet Explorer kein Platz für weitere Browser sein. Die Firefox-Macher von Mozilla befürchten bereits einen Rückfall in die "dunkle Zeit", in der Microsoft noch ein Browser-Monopol inne hatte.

Windows RT - gedacht für die in Tablets und Smartphones verwendeten Chips des britischen Entwicklers ARM - soll nach bisherigen Informationen in zwei Varianten zu nutzen sein. Zum einen im neuen Metro-Design mit seinen großen, bunten Kacheln für Apps, zum anderen als eine vom PC bekanntere Umgebung mit dem Namen "Windows Classic".

Letztere soll allerdings speziell dafür von Microsoft angepassten Anwendungen wie Office oder dem Windows Explorer vorbehalten sein. Die Metro-Oberfläche unter Windows RT wiederum unterstützt bestimmte Schnittstellen, sogenannte APIs, nicht, die Mozilla für die Einbindung seines Firefox benötigen würde. Der Browserhersteller befürchtet daher einen Wettbewerbsnachteil und spricht von einer "Rückkehr zu dunklen Zeiten, in denen Nutzer und Entwickler keine Browser-Auswahl hatten".

In einem Blogeintrag appellierte Mozilla-Manager Harvey Anderson am Donnerstag an Microsoft, sich an seine eigenen Windows-Prinzipien zu halten und Browser anderer Hersteller von Windows RT nicht auszuschließen. Mitbewerber Google, der den ebenfalls populären Browser Chrome anbietet, schloss sich der Kritik Mozillas an. Microsoft nahm zunächst keine Stellung zu den Vorwürfen.

Schon einmal wegen Monopolstellung in der Kritik
Der Softwarekonzern war viele Jahre in der Kritik gestanden, weil er den Internet Explorer in den 90er-Jahren an sein Windows-Betriebssystem gekoppelt und damit den zuvor erfolgreicheren Konkurrenten Netscape praktisch ausgeschaltet hatte.

Das Vorgehen hatte eine Untersuchung der Wettbewerbshüter zur Folge und hätte beinahe zur Zerschlagung des Softwarekonzerns geführt. Microsoft trennte den Internet Explorer schlussendlich vom Betriebssystem. Seitdem können Windows-Nutzer frei wählen, welchen Browser sie nutzen.

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