Do, 23. November 2017

Mobile Revolution

09.07.2011 09:58

Mobilfunkstandard GSM feiert 20. Geburtstag

Europaweite Mobilität, eine verbesserte Sprachqualität, Textnachrichten und nicht zuletzt die Möglichkeit, sich dank wechselbarer SIM-Karten für das Handy zu entscheiden, das einem am besten gefällt: Das erste GSM-Gespräch am 1. Juli 1991 im finnischen Helsinki leitete ein neues Zeitalter in der globalen digitalen Kommunikation ein und legte die Basis für einen weltweiten Handy-Boom, der auch jetzt, 20 Jahre später, noch andauert.

Das "Global System for Mobile Communications", kurz GSM, wurde 1987 als europäischer Standard für die digitale Mobiltechnologie angenommen und konnte sowohl Daten- als auch Sprachverkehr übertragen. Die qualitativ hochwertigen Sprachanrufe über GSM, das einfache internationale Roaming und die Unterstützung neuer Dienstleistungen, wie zum Beispiel das Versenden von Textnachrichten, legten die Basis für einen weltweiten Boom bei der Verwendung von Mobiltelefonen.

Dabei hatte alles noch recht bescheiden begonnen: Am 1. Juli 1991 wurde das erste GSM-Gespräch in einem kommerziellen Netzwerk zwischen dem früheren Kanzler von Finnland, Harri Holkeri, und der Vizebürgermeisterin der Stadt Tampere, Kaarina Suonio, geführt (siehe Video oben). Während des Gesprächs besprachen Holkeri und Suonio die Vorteile der neuen digitalen GSM-Technologie, darunter die hervorragende Sprachqualität und Sicherheit, sowie die Tatsache, dass die Identität des Telefons auf der SIM-Karte liegt, wodurch der Wechsel zwischen Telefonen erleichtert wird.

Eine Million neue GSM-Abonnements pro Tag
In den folgenden Jahren überstieg die Zahl der GSM-Teilnehmer alle Vorhersagen und erreichte im ersten Jahrzehnt bis 2001 mehr als 500 Millionen. Heute haben die 838 GSM-Netze in 234 Ländern und unabhängigen Gebieten auf der ganzen Welt mehr als 4,4 Milliarden Abonnements. Und es werden täglich mehr: Laut einer Aussendung von Nokia Siemens Networks wachsen die GSM-Netze mit einer Million neuer Abonnements pro Tag – das sind fast zwölf pro Sekunde - weiterhin rasant.

"GSM war die erste auf offenen Standards basierende digitale Technologie und ermöglichte die enorme Verbreitung der Mobiltelefone", sagte Pekka Soini, Leiter der Unternehmensentwicklung bei Nokia Siemens Networks. Der finnische Mutterkonzern Nokia stellte sein erstes digitales GSM-Handtelefon, das "Nokia 1011", 1992 vor. Es folgten weitere Kultmodelle wie das 1995 veröffentlichte "Nokia 2110" oder das 2003 erschienene "Nokia 1100", das mit weltweit über 250 Millionen verkauften Stück als bis dato erfolgreichstes Handy aller Zeiten gilt.

"Enormer Einfluss auf Milliarden von Menschen"
"Als wir das System aufbauten und das erste Nokia-GSM-Telefon entwarfen, das den besagten ersten Anruf tätigte, trauten sich sehr wenige von uns, von der Zukunft zu träumen", sagte Timo Ali-Vehmas, Vizepräsident für Kompatibilität und industrielle Zusammenarbeit bei Nokia. "Keiner von uns konnte sich damals vorstellen, welchen enormen Einfluss GSM auf das Leben von Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt haben würde. Gewiss wäre das alles ohne die bahnbrechende Arbeit so vieler heller Köpfe der Branche über die letzten 20 Jahre nicht möglich gewesen. Die Arbeit geht weiter und es ist fantastisch zu sehen, wie GSM sich auf viele spannende Weise entwickelt und erneuert."

Datenturbo LTE
Nach den GSM-Weiterentwicklungen EDGE und 3G arbeitet die Branche derzeit an der flächendeckenden Einführung von LTE. Der neue Mobilfunkstandard ist nach 3G die vierte Generation im Mobilfunk und bietet Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Weltweit ist LTE, das den schnell wachsenden Bedarf an Datenkapazitäten für mobile Breitbanddienste befriedigen soll, bereits in über 20 Netzen im kommerziellen Betrieb.

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