Sa, 21. April 2018

Das ging schnell:

04.02.2018 16:45

Windows 10 S ist tot, zumindest als Betriebssystem

Nicht einmal ein Jahr, nachdem es - als sicheres Betriebssystem für Schüler und Studenten angepriesen - enthüllt wurde, ist Windows 10 S wieder Geschichte. Die Windows-Variante, auf der nur Apps aus Microsofts Windows Store laufen, dafür aber keine auf anderem Weg installierte Software, wird eingestellt. Allerdings nur als eigenständiges Betriebssystem: Windows 10 S soll als allen Windows-Versionen zur Verfügung stehender Betriebsmodus wiederkehren. Ein Upgrade von Windows 10 Pro S auf ein vollwertiges Windows 10 soll künftig sogar Geld kosten, berichten Insider.

Ob sich Microsoft mit dieser Vorgehensweise mehr Freunde macht als mit dem Schüler-Windows, auf dem keine alternativen Browser oder andere außerhalb des Microsoft Stores bezogenen Programme installiert werden konnten, obwohl keinerlei Hardwarelimitierungen dagegen sprachen, muss sich zeigen. Die Microsoft-Interna, die der für gewöhnlich gut informierte Blog „Thurrott“ aufgeschnappt hat, dürften bei vielen Windows-Nutzern jedenfalls für Aufruhr sorgen.

Künftig gleich mehrere eingeschränkte Versionen?
Demnach ist Windows 10 S als eingeschränktes Betriebssystem zwar Geschichte, dafür soll es künftig gleich mehrere eingeschränkte Windows-Versionen geben. Konkret plane Microsoft einen S-Modus, der auch unter Windows 10 Home oder Pro die Installation von Programmen verhindert, die nicht aus dem Microsoft Store stammen.

Bisher unbestätigten "PC World"-Infos zufolge soll der eingeschränkte Modus auf neu verkauften PCs standardmäßig aktiviert sein. Prinzipiell sollten hier aber auch die PC-Hersteller, welche die Windows-Lizenz von Microsoft zukaufen, die Möglichkeit haben, den voreingestellten Modus zu ändern. Während Home-Nutzer immerhin kostenlos von der S- auf die vollwertige Version wechseln dürfen, sollen Pro-S-Nutzer 50 US-Dollar bezahlen, um ein vollwertiges Windows 10 Pro zu bekommen, heißt es im Bericht.

60 Prozent der Käufer blieben bei Windows 10 S
Laut Microsoft ist der Anteil jener Nutzer, die mit dem Funktionsumfang von Windows 10 S nicht zufrieden waren, überschaubar. Laut offizieller Zählung blieben 60 Prozent der Nutzer, die in den letzten Monaten ein Gerät mit Windows 10 S gekauft haben, bei dem abgespeckten System. Von den 40 Prozent, die auf die Pro-Version aufrüsteten, taten es 60 Prozent innerhalb der ersten 24 Stunden. Wer nicht binnen einer Woche umgestiegen ist, blieb mit 83-prozentiger Wahrscheinlichkeit bei Windows 10 S.

S-Modus birgt für Microsoft Chancen und Risiken
Angesichts des reduzierten Funktionsumfangs – wir haben im Test kaum ein gutes Haar an Windows 10 S gelassen – sind das verblüffende Werte. Zahlen, durch die sich Microsoft offenbar darin bestätigt sieht, Windows künftig – vorinstalliert auf neuen PCs - vermehrt auch im S-Modus zu vertreiben und darauf zu hoffen, dass ein Großteil der Käufer bei der Software bleibt.

Für Microsoft birgt dieses Vorgehen Chancen und Risiken: Windows-10-S-Nutzer binden sich enger an die Apps und Dienste – Microsoft Store, Edge, Bing – des Software-Riesen. Gleichzeitig dürfte man aber auch Nutzer verärgern, die sich ein uneingeschränkt nutzbares Betriebssystem erwarten und nun womöglich einen Aufpreis dafür zahlen.

Schwierig wird es für Microsoft und die PC-Industrie auch, Windows-Nutzern den Unterschied zwischen den Windows-Modi zu erklären. Es ist davon auszugehen, dass viele Käufer nicht so genau wissen, welche Einschränkungen Windows 10 im S-Modus hat. Dieses Problem gab es schon einmal: Bei der Windows-8-Version Windows RT, die nur auf ARM-Mobilprozessoren lief und keine normale Windows-Software unterstützt hat, sah sich Microsoft mit einer Vielzahl unzufriedener Kunden konfrontiert.Windows RT wurde in weiterer Folge eingestellt.Die Hardware, auf der das System lief, blieb ein Ladenhüter.

 krone.at
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