Wie weit gehen Immobilienkonzerne noch? Da wird eine Frau mit 87 Jahren, die über sieben Jahrzehnte in ihrer Wohnung gelebt hat, ganz einfach auf die Straße gesetzt, wahrscheinlich nur wegen des Profits. Wenn dann die Menschen dies zum Anlass nehmen, um auf der Straße ihren Unmut über solche Maßnahmen zu artikulieren, so kann man dies bis zu einem gewissen Maß nachvollziehen (mittlerweile durfte die Frau aufgrund der Proteste wieder zurück in ihre Wohnung, Anmerkung). Dies trifft aber nicht nur auf Spanien zu, sondern das ist anscheinend ein internationales Problem und nicht nur auf Madrid bezogen. Jetzt klagen schon dermaßen viele Einwohner größerer Städte darüber, dass die Mieten für Wohnungen immer mehr steigen und sich diese Menschen das so gut wie kaum noch leisten können. Zusätzlich werden immer mehr Wohnobjekte als Kurzzeitunterkünfte angeboten, was wiederum die Preise für Mieten in die Höhe treibt. Wenn dann die Politik Lösungen anbietet, so kommt sie damit kaum durch, und die Preise steigen weiter. Klar; in Städten ist die Fläche von Wohnraum begrenzt. Müssen da noch die verschiedensten Anbieter auch Kurzzeitvermietungen anbieten? Solche Ambitionen betreffen nicht nur die Mieten, sondern es fehlen dann auch Buchungen in der Hotellerie, was sich darüber hinaus auf die dort beschäftigten Arbeitnehmer auswirkt. Denkt man da nur noch an Gewinnoptimierung? Oder kann man da noch an die Menschen denken, die leistbare Wohnungen anstreben? Es wäre im Sinne eines gedeihlichen Zusammenlebens in Tourismusregionen und Städten.
Eduard Wagner, Wien
Erschienen am Mo, 5.10.2026
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