Das kluge Interview von Conny Bischofberger mit Altbundeskanzler Dr. Franz Vranitzky, der gestern seinen 89er feierte, sollte die SPÖ-Genossen sehr nachdenklich stimmen. Alles, was der für sein Alter noch immer elegant und gut aussehende Vranitzky (der nach Dr. Kreisky der am längsten dienende Bundeskanzler war) sagt, hat Hand und Fuß. Es sollte nicht nur, wie er sagte, sein Herz bluten, sondern das der gesamten SPÖ. Denn wie kann man bitte so lange zuwarten, dass eine Partei, die unter Kreisky und Vranitzky prozentual sehr stark war, politisch derart heruntergewirtschaftet wird, dass sie bei lächerlichen 15% liegt? Mit flotten Sprüchen und marxistischer Weltanschauung, die man als Regierungspartner von zwei bürgerlichen Parteien sowieso nicht umsetzen kann, kann diese Partei nicht gesunden. All das, nur um den Vizekanzler zu erhaschen. Ein Amt, das für den amtierenden Vorsitzenden viel zu groß und schwer ist. Da lag man mit Frau Dr. Rendi-Wagner noch bei über 20%. Auch diese Zahlen waren nicht berauschend. Jetzt beim 15%-Tiefpunkt muss die SPÖ froh sein, wenn sich ein älterer Promi-Sozi wie Zeiler und der Altkanzler zu Wort melden und sagen: Stopp, so kann es nicht weitergehen. Und noch etwas: „Nicht auf die Alten schimpfen, sondern von ihnen lernen“, sollte das neue Motto sein!
Heinz Vielgrader, Rappoltenkirchen
Erschienen am Mo, 5.10.2026
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