Keine Frage, die heurige Hitzewelle hat den Gletschern extrem zugesetzt. Nur, die Gletscher schwinden unaufhaltsam seit langer Zeit. Das ist ein weltweites Phänomen. Vor vielen Jahrzehnten hatte die Wissenschaft das schon aufgezeigt. In der internationalen Kommission zum Schutz der Donau ist das schon lange ein wichtiges Thema. Das Klima wandelt sich regelmäßig. Vor 11.000 Jahren ging die letzte Eiszeit zu Ende. Aber auch in diesen 11.000 Jahren war es Jahrhunderte kalt und Jahrhunderte heiß. Am besten sehen war das durch Aufzeichnungen. Tacitus (lebte im 1. Jahrhundert nach Christus) hat geschrieben, in England wachsen Oliven und Wein. Bekannt ist, damals gab es sehr wenige Gletscher. Die nächste Warmzeit war vom Jahr 900 bis zum Jahr 1300. Chroniken zeigen, auch damals waren viele Gletscher verschwunden. Dafür nennen die Geologen die Zeit von 1350 bis 1850 die „Kleine Eiszeit“. Und seit 1850 sind wir wieder im Beginn einer Warmzeit. Dass durch anthropogene Einflüsse der CO₂-Gehalt der Atmosphäre zusätzlich steigt, ist sicher ein Problem. Solche Warmzeiten dauern lang. Die Eem-Warmzeit war vor der Würm-Eiszeit. Die Eem-Warmzeit hatte 11.000 Jahre gedauert. Aber auch die Warmzeit im Mittelalter hatte von 900 bis 1300 gedauert, also 400 Jahre. Unsere Gletscher werden verschwinden, der Wasserhaushalt der Bäche und Flüsse wird sich vollständig verändern. Die meisten Wasserkraftwerke werden bald sinnlos sein.
Helmut Belanyecz, Wien
Erschienen am So, 4.10.2026
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