Und wieder hat die Regierung eine neue Einnahmequelle entdeckt: das Paket. Seit 1. Oktober kostet jedes Paket bei größeren Online-Händlern 2 € Paketabgabe – mit Mehrwertsteuer sind das bis zu 2,40 €. Begründung: Damit soll unter anderem die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel gegenfinanziert werden. Also: Wir bekommen eine Steuerentlastung – und bezahlen sie gleich selbst. Genial! Wer regelmäßig online bestellt, zahlt drauf. Und besonders lustig wird es bei Retouren: Paket bestellt, Ware passt nicht, alles zurückgeschickt – die Paketabgabe bleibt trotzdem beim Staat. Nichts gekauft, aber brav bezahlt. Bei acht Paketen im Monat sind das fast 20 €. Die groß angekündigte Entlastung bei Lebensmitteln bringt dagegen nur einen Bruchteil davon. Das ist keine Entlastung, das ist ein staatlicher Taschenspielertrick: Mit der linken Hand wird ein kleines Zuckerl verteilt, während die rechte längst wieder ins Börserl greift. Und natürlich darf auch die Mehrwertsteuer auf die neue Abgabe nicht fehlen. Steuer auf das Paket, Steuer auf die Steuer – und verkauft wird das Ganze als Entlastung. Wer solche Entlastungen erfindet, braucht keine Opposition mehr – der Finanzminister ist schon Gegner genug.
Mike Payer, Neusiedl am See
Erschienen am So, 4.10.2026
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