Jetzt wird das Geplänkel um den SPÖ-Vorsitz langsam unerträglich. Jeden Tag neue Befindlichkeiten, neue Statements. Zeiler will es werden, Babler will nicht gehen. Da mit Zeiler ein, nach eigenen Angaben, klassischer Sozialdemokrat, was schon alleine zum Schmunzeln ist. Dort mit Babler ein Mann, der die geborgte Macht und den gut bezahlten Job nicht abgeben möchte. Aber ist das wirklich das Thema? Hat Österreich nicht andere Probleme? Müssten die Parteien nicht zum Wohle des Volkes, des Souveräns, arbeiten? Teuer genug ist unsere Parteiendemokratie. Ist es nicht endlich an der Zeit, die Parteiinteressen zurückzustellen? Endlich die längst überfälligen und schon seit 2005 geforderten Reformen in den Bereichen Föderalismus, Gesundheit, Bildung und Pensionen auf den Weg zu bringen? Ist es nicht Gebot, das Beste für Österreich zu wollen? Herr Zeiler möchte die SPÖ wieder in glorreiche Zeiten führen. Schön wäre, er würde sich dieses Ziel für Österreich setzen. „Österreich braucht eine starke Sozialdemokratie“, ist nicht das Credo. Österreich braucht mutige, entscheidungsfreudige und sachkundige Leute in Verantwortung, egal, von welcher Partei und wer sie sind. Nicht Erfüllungsgehilfen der Parteien, nicht unqualifizierte Selbstdarsteller und Verteidiger der eigenen Macht. Sie dürfen sich nicht wundern, wenn die linken und rechten Parteien immer stärker werden. Die aktuell Regierenden und deren Handeln sind der eigentliche Grund, siehe auch Deutschland. Gute Politik ist das richtige Mittel gegen Extreme von links und rechts.
Harald Koller, Sitzenberg-Reidling
Erschienen am Do, 1.10.2026
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