Als langjähriger SPÖ-Wähler muss ich offen gestehen: Mit Andreas Babler als Parteiobmann und Vizekanzler kann ich schlichtweg wenig anfangen. Wenn man sich seine Ankündigungen vor der Wahl, seine unkonkreten Vorschläge zu Preisbremsen und die aktuellen Umfragewerte betrachtet, drängt sich fast der Gedanke auf, er sei von Herbert Kickl als verlässlichster Wahlhelfer für die FPÖ eingeschleust worden. Doch nun zeigt sich endlich Licht am Ende des Tunnels: Mit Gerhard Zeiler meldet sich wie ein Phönix aus der Asche ein hochkompetenter Kandidat, der Andreas Babler ablösen könnte. Als international erfolgreicher Medienmanager bringt er Spitzenreferenzen mit. Ihm ist zuzutrauen, das sinkende Schiff der SPÖ wieder in ruhiges Fahrwasser zu hieven und die Partei inhaltlich dort zu verankern, wo sie eigentlich hingehört. Jetzt liegt es an der SPÖ, ohne Wenn und Aber zuzugreifen. Ein Mann mit einem solch bilderbuchhaften Leistungsnachweis wird sich einer Partei auf derartigen Tiefständen nicht direkt aufdrängen. Er hat seine Gesprächsbereitschaft ohnehin bereits signalisiert, man muss ihn nur fragen. Sollte die Partei nicht bald aufwachen und die letzten Skeptiker einbinden, wird es eng. Ein weiterer Messias wird so bald nicht mehr auftauchen. Dann fehlt nur noch ein wahrer Idealist, der das Requiem einläutet und das Licht ausmacht.
Josef Pratsch, Angern
Erschienen am Mi, 30.9.2026
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