Gerhard Zeiler ist ein erfolgreicher Medienmanager, doch sein Einstieg in die Parteipolitik ist erstaunlich ungeschickt. Wer den SPÖ-Vorsitz anstrebt, wendet sich zuerst an die eigene Partei und nicht an die Medien. Er will „gerufen werden“, stichelt aber gleichzeitig gegen einen Vorsitzenden, der erst im März gewählt wurde. So wird man nicht gerufen, so drängt man sich auf. Auch inhaltlich bleibt es bei Schlagworten wie „wirtschaftsfreundlich“ und „kein Marxist“. Dazu nennt er sich mit 71 Jahren selbst eine Übergangslösung. Damit verschärft Zeiler genau das Problem, an dem die SPÖ seit Jahren leidet: die öffentliche Dauerdebatte über das eigene Spitzenpersonal. Mit diesem Auftakt hat er sich selbst am meisten geschadet.
Roland Reichart, Gerasdorf bei Wien
Erschienen am Mi, 30.9.2026
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