Der international erfolgreiche Medien-Manager Gerhard Zeiler (71) will SPÖ-Parteichef werden. Normalerweise würde man ja fast reflexartig zwei konkrete Fragen stellen. Euer Ernst? Ein 71-jähriger Multimillionär soll SPÖ-Chef werden? Aber betrachtet man die heutige Zeit und die heutige SPÖ mal nüchtern und realistisch, ist es ein nicht unspannender Ansatz. Für mich hauptsächlich deshalb, weil jetzt ausgerechnet einer wie Zeiler die SPÖ inhaltlich wieder dorthin führen könnte, wo sie hingehört – in die politische Mitte mit ein paar gemäßigten linken Akzenten. Das ist ihm zuzutrauen – wenn man ihn lässt. Die SPÖ muss natürlich endlich verstehen, dass ein Köpfetausch allein in ihrem Fall längst nicht mehr reicht. Sie muss sich endlich auch inhaltlich erneuern, um für einen breiteren Bevölkerungsteil wieder eine wählbare Alternative zu werden. Wirtschaftsliberaler. Weil ohne Wirtschaft kein Sozialstaat funktioniert. Asylpolitisch verantwortungsbewusst. Weil sonst weder Sicherheit, noch Wirtschaft, noch Sozialstaat funktionieren. Steuergerechtigkeit. Leistbares Wohnen. Energiewende. Und sie muss endlich das Thema KI in ihre Agenda aufnehmen. Sicherheitspolitisch und betreffend Arbeitsmarkt.
Christian Stafflinger, Linz
Erschienen am Mo, 28.9.2026
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