Als stolzer Träger der Viktor-Adler-Plakette und seit mittlerweile 55 Jahren treues Mitglied der Sozialdemokratie stimmt mich die aktuelle Entwicklung in meiner Partei zutiefst traurig. Man muss sich noch einmal vor Augen halten, wie Andreas Babler an die Spitze kam: Die Basis hatte sich in einer Mitgliederbefragung eigentlich für Hans Peter Doskozil entschieden. Doch weil manche Granden diesen nicht lenken konnten, wurde ein Sonderparteitag lanciert, der den Willen der Basis faktisch ignorierte. Auch Bablers Wiederwahl mangels Gegenkandidaten täuscht nicht darüber hinweg, dass es mit der Partei steil bergab geht. Ein Parteivorsitzender braucht Format – hier wird die SPÖ sehenden Auges in die Einstelligkeit manövriert. Umso erfreulicher ist es, dass sich mit Medienmanager Gerhard Zeiler nun endlich ein Mann von Welt offiziell bereit erklärt hat, Verantwortung zu übernehmen. Er hat seine enorme Wirtschaftskompetenz international bewiesen und bringt das nötige Rüstzeug mit. Die Partei sollte froh sein, dass sich so eine Persönlichkeit zur Verfügung stellt. Laut Statut sind für die Einleitung eines neuen Mitgliederentscheids zehn Prozent der Unterschriften notwendig – bei knapp 140.000 Mitgliedern rund 14.000 Unterschriften. Das muss für einen echten Neustart machbar sein! Wenn die SPÖ überleben will, braucht sie jetzt Mut zur Veränderung.
Ing. Karl Degendorfer, Weppersdorf
Erschienen am So, 27.9.2026
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