Unlängst kam mir eine alte Gasthausrechnung vom Jahre 1990 in die Finger, welche mich schockierte. Da kostete ein normales Wiener Schnitzel umgerechnet 6 €. Im heurigen Jahr bezahlte ich im gleichen Lokal dafür 16 €, also um fast 170% mehr. Sagenhaft! Eine Recherche ergab, dass dies gleichzeitig die österreichischen Durchschnittspreise waren und sind. Von der Politik heißt es dazu, es ist ja alles teurer geworden. Beim Schnitzel stimmt dies nicht so. Der Preis für ein Kilo Fleisch stieg im Geschäft nur um etwa 50%. Eine wahre Sauerei ist jedoch der Erzeugerpreis für unsere Schweinebauern. Denn diese bekommen sogar um 20% weniger als 1990. Dies trotz vieler zusätzlicher Auflagen, vorgeschriebenen Tierwohls und stark steigender Kosten der Betriebsmittel. Kein Wunder, dass ihre einzige Überlebenschance eine starke Aufstockung der Bestände ist. Wenn wir Konsumenten schon so hohe Preise für unser Schnitzel im Geschäft bzw. im Gasthaus bezahlen müssen, wäre es mehr als gerecht, wenn auch unsere Bauern einen gerechten Anteil davon bekommen. Andernfalls wird es über kurz oder lang keine heimischen Schnitzel mehr geben, sondern sie werden aus Spanien, Übersee oder Ukraine importiert. Übrigens, noch etwas ist ähnlich stark angestiegen wie der Schnitzelpreis in der Gastronomie, nämlich die Gehälter der Minister (auch die des Landwirtschaftsministers) sind in dieser Zeit auch um fast 90% gestiegen. Alles klar.
Ing. Anton Kern, Graz
Erschienen am Do, 24.9.2026
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