Die Schockwellen nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt sind weder vorbei noch verdaut, da kommen schon die nächsten. Dabei zeigt sich leider ein für Multi-Krisenzeiten typisches Bild. Regierungen werden abgestraft. Unabhängig davon, wie hoch ihr eigener Anteil an der heutigen Misere tatsächlich ist. Die politischen Ränder profitieren. Die extreme bis radikale AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Die extreme bis radikale Linke in Berlin. Das sollte man bloß nicht als Momentaufnahme verniedlichen. Das wäre nur der nächste Fehler. Die politischen Ränder profitieren vom jahrzehntelangen Reformstau, der jetzt auf mehrere Krisen gleichzeitig trifft. Natürlich profitieren sie in extrem herausfordernden Zeiten wie diesen auch davon, dass sie selbst nicht regieren. Sie müssen ja nicht zugeben, dass sie jetzt selbst dieselben Reformen auf den Weg bringen müssten. Sie brauchen auch keine tauglichen Konzepte dafür. Sie müssen nicht zugeben, dass sie mit den Folgen und Auswirkungen von Putin und Trump jetzt genauso zu kämpfen hätten. Aber wie viele Bürger mittlerweile Fakten und Tatsachen selbst verdrehen und extreme bis radikale Politik verharmlosen, muss uns auch Sorgen machen.
Christian Stafflinger, Linz
Erschienen am Do, 24.9.2026
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