Auch wenn man den Wähler zur Urne gerufen hat, so stand doch von Beginn an fest, dass die Kreml-Treuen das Ergebnis beherrschen werden. Zugelassen zu diesen Wahlen waren eben nur solche Parteien. Ob damit die Stimmung der russischen Bevölkerung auch abgebildet wurde, kann man wohl ausschließen. Gerade bei diesen Wahlen hat die Ukraine ihre Stärke gegenüber dem Aggressor gezeigt, indem sie etwa 1600 Drohnen nach Russland geschickt und somit wesentliche Schäden verursacht hat bis hin zu zig Toten. Dass dies aber auch Putin umstimmen könnte, ist dabei sicher nicht zu erwarten. Jetzt hat er doch in den letzten Jahren mit seiner Strategie so gut wie nichts erreicht, außer dass man ihn in der Welt verurteilt. Jetzt ruft er da Wahlen aus, wo von Anfang an klar ist, wer denn diese gewinnen wird, und meint damit, dass dies Demokratie sei. Bis jetzt kann er mit einer solchen Politik auch damit rechnen, dass seine Bürger hinter ihm stehen, nur wie lange noch? Man kann wohl annehmen, dass er da von seinen Kriegszielen wohl kaum Abstand nehmen wird, obwohl es wie in jedem anderen Krieg keine Gewinner geben kann. Wenn sich die Wirtschaft in Russland nach unten bewegt, so wird dies wohl kaum beim Bürger vorbeigehen, inwieweit dann in Zukunft die Bevölkerung diesem aggressiven Politikstil ihres Präsidenten folgen wird, ist da mehr als fraglich. Bis jetzt kann er noch auf Partnerschaften asiatischer Länder zugreifen und damit die Wirtschaft halbwegs über Wasser halten, nur ob er damit auch die Inflation bremsen kann, ist damit nicht gerade gegeben. Zusätzlich steht bis jetzt noch der Sicherheitsapparat hinter ihm, nur dies kann eben auch zum Wackeln führen. Solche Bespiele eines Aufbegehrens der Bevölkerung hat man in der Geschichte doch immer wieder beobachten können – bis hin zu Aufständen.
Eduard Wagner, Wien
Erschienen am Di, 22.9.2026
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