Mit Brunos Rittern, welche verängstigt über die zerbröselnde Mauer blicken, könnten auch SPÖ-Politiker gemeint sein. Grund: Wir Österreicher waren den Deutschen, wie so oft, weit voraus. 1986 errichtete der rote Bundeskanzler Vranitzky einen „antifaschistischen Schutzwall“ gegen Jörg Haiders FPÖ. Der Wall hielt 18 Jahre lang, denn 2004 kam es in Kärnten zu einer blau-roten Koalition unter Jörg Haider und Peter Ambrozy. Seit dieser Zeit kokettieren SPÖ-Landespolitiker immer wieder mit Rot-Blau. Doch was in der Provinz geduldet wird, ist in Wien streng verboten. Damit blieb den Roten im Bund über Jahrzehnte hinweg nur die „Zwangsehe“ mit der Volkspartei. So scheint die „Vranitzky-Doktrin“ für den SPÖ-Niedergang mitverantwortlich zu sein. Klare Erkenntnis: In parlamentarischen Demokratien haben weder Brandmauern noch Schutzwälle etwas zu suchen.
Dr. Wolfgang Geppert, Wien
Erschienen am Di, 22.9.2026
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