Das freie Wort

„Vollblutpolitiker“

Mag. Rankl schwärmt von Babler als „bisher unterschätztem leidenschaftlichem Vollblutpolitiker“ und ist offensichtlich begeistert, wie er die Aufgaben als Vizekanzler wahrnimmt, was zwei Tage später von Mag. Grüner mit einem Leserbrief mehr oder weniger bestätigt wurde. Das könnte natürlich Satire sein. Aber falls es ernst gemeint ist, kann es nur hinterfragt werden. So hebt er bspw. Bankenabgabe, Mietpreisstopp und Kindergrundsicherung hervor, die quasi Bablers „soziale Handschrift“ tragen. Mit der Bankenabgabe, die vermutlich ohnehin an Kunden weitergegeben wird und letztlich Konsumenten trifft, belastet man willkürlich eine funktionierende Branche, die Arbeitsplätze schafft, Steuern zahlt und die Grundlage privater und öff. Finanzierungen darstellt, einfach so. Der Mietpreisstopp greift in privatwirtschaftliche Vertragsverhältnisse nach dem Prinzip der Beliebigkeit ein, die Kindergrundsicherung begünstigt vor allem Zuwanderer, wenn eine soziale Staffelung kommt. Den Vogel abgeschossen hat Babler im „Sommergespräch“ mit der Behauptung, dass private Spitäler auch für Schönheits-OPs der Superreichen mit öff. Geldern finanziert werden, was Unsinn ist. Solche OPs sind fast ausschließlich privat zu zahlen, außer bei medizinischer Notwendigkeit. Außerdem bekommen Privatspitäler von den Krankenkassen für nur jenen Betrag, der in öffentlichen Krankenanstalten vorgesehen ist, der Rest muss vom Patienten privat bezahlt oder über Zusatzversicherungen aufgebracht werden. Da stellt sich die Frage, ob „Staatsmann“ Babler das alles nicht wusste oder bewusst demagogisch-irreführend argumentiert hat.

Mag. Martin Behrens, Wien

Erschienen am Sa, 29.8.2026

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