Der Freispruch im Fall des getöteten Katers „Schmotzer“ hat mich tief erschüttert. Unabhängig von der strafrechtlichen Beurteilung stellt sich für mich eine grundsätzliche Frage: Warum wird in unserem Rechtsstaat von jungen Menschen nicht erwartet, Hilfe zu holen, etwa einen Tierarzt, die Polizei oder eine Tierrettung, statt selbst mit Gewalt gegen ein wehrloses Tier vorzugehen? Dass dabei laut Medienberichten sogar gelacht wurde, macht den Fall besonders bedrückend. Der Prozess zeigt, dass der rechtliche Schutz von Tieren dringend verbessert werden muss. Tiere sind fühlende Lebewesen und verdienen einen wirksameren Schutz. Deshalb unterstütze ich ausdrücklich den Vorschlag von Rechtsanwalt Rudolf Mayer, bei Verfahren wegen Tierquälerei einen Tierschutzbeauftragten als unabhängigen Vertreter der Interessen des betroffenen Tieres einzusetzen. Ein Opfer braucht eine Stimme, das sollte auch für Tiere gelten. Ebenso halte ich eine deutliche Verschärfung der Strafen für Tierquälerei für notwendig. Nicht aus Rachsucht, sondern weil Strafen auch eine abschreckende Wirkung entfalten und ein klares gesellschaftliches Signal senden müssen: Wer einem wehrlosen Lebewesen Leid zufügt, überschreitet eine Grenze, die ein Rechtsstaat unmissverständlich ziehen muss. Der Wert einer Gesellschaft zeigt sich auch daran, wie sie mit ihren Wehrlosesten umgeht – und dazu gehören zweifellos auch Tiere.
Hans-Martin Praprotnik, St. Kanzian am Klopeiner See
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