Präsident Putin und dessen Anhänger versuchen immer wieder, ihrem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein moralisch rechtfertigendes Mäntelchen umzuhängen. Da wird u. a. davon gesprochen, dass man mit dem Krieg die Korruption und das „illegale Zelenskij-Regime“ bekämpfe und das Land „entnazifizieren“ wolle. Anmerkung: Zelenskij wurde demokratisch gewählt und bleibt verfassungskonform so lange Präsident, bis der Krieg zu Ende gegangen ist. Irgendwie tragisch-witzig: Ein an und für sich schon seit Längerem streng rechts agierendes Russland geht also jahrelang auf Entnazifizierungsjagd, um ein kleineres Nachbarland in die Knie zu zwingen? Mit welchem Recht bitte? Sicherlich ist der Korruptionsindex der Ukraine beängstigend hoch – aber das gibt einem anderen Staat noch lange nicht die Lizenz zur jahrelangen Ausübung von Terror. Russischer Terror, der in der Ukraine mittlerweile 16.000 unschuldigen Zivilisten das Leben kostete, drei Millionen Wohnungen zerstörte oder beschädigte, unzählige Straßen, Brücken, Schulen, Krankenhäuser und Kirchen zerbombte und einen Schaden von mittlerweile 518 Milliarden (!) Euro anrichtete. Eine unfassbare Summe samt unfassbarem dahinterstehendem menschlichem Leid. Man kann es leider nicht oft genug erwähnen, wie sehr sich Russland, in dem ich einmal drei Jahre lang leben durfte und dessen Sprache ich gut spreche, mit diesem Krieg versündigt hat. Eine Tragödie der Sonderklasse, die weder das russische noch das ukrainische Volk verdient hat.
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