Herr Klaus Hotter aus Salzburg empfiehlt mir nach meinem obigen kritischen Leserbrief vom vergangenen Sonntag, ich möge nach Afghanistan oder sonst wohin auswandern, wenn ich mit den Zuständen im Land nicht zufrieden bin. Ich weiß nicht, was er für unser Land geleistet hat – ich habe jedenfalls 45 Jahre etwa 60 Stunden wöchentlich gearbeitet und entsprechend dafür Steuern bezahlt. Ich nehme daher für mich in Anspruch, zu kritisieren, dass sich meine Mitarbeiterinnen oder meine Frau wegen der zunehmenden Kriminalität nicht mehr abends alleine auf die Straße trauen. Ich akzeptiere auch nicht, dass meine Enkerln in eine Privatschule gehen müssen, weil sie bei einem Ausländeranteil von über 40 Prozent in der Schule nicht mehr lesen und schreiben lernen. Ich möchte auch nicht, dass meine Patienten trotz bezahlter Versicherung monatelang aus bekannten Gründen auf Operationstermine warten müssen oder – wie in Wien – auf politischen Wunsch erst gar nicht behandelt werden. Und die Tatsache, dass die Pflege zu Hause mit über 4000 Euro monatlich für viele alte Menschen nicht mehr erschwinglich ist, ist auch ein unhaltbarer Zustand. Die Liste der durch die Politik nicht erledigten Probleme lässt sich noch ausgiebig fortsetzen. Wenn Sie, werter Herr Hotter, mit all dem kein Problem haben, so ist das ihr gutes Recht. Wenn sie aber Leistungsträger wie mich und viele andere junge Menschen die Ausreise empfehlen, werden sie bald im erlesenen Kreis mit jenen Leuten zusammenleben, die in das System nichts einzahlen, sondern nur davon bequem leben wollen.
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