Es ist längst kein Gerücht mehr, sondern bittere Realität, dass ausgerechnet jene Politiker, die das Hohelied auf Multikulti und Vielfalt singen, für ihren eigenen Nachwuchs den „eleganten Ausweg“ der Privatschule wählen. Man steht mittlerweile sogar ungeniert offen dazu. Während man sich für die eigenen Kinder eine behütete Bildungsoase kauft, scheint das Schicksal des Großteils der österreichischen Schulkinder den Verantwortlichen völlig gleichgültig zu sein. Nach dem Motto: „Hauptsache, meine Schäfchen sind im Trockenen“. Das ist ein fataler und zutiefst egoistischer Weg. Wenn von Chancengerechtigkeit gesprochen wird, klingt das in den Ohren vieler Eltern mittlerweile wie blanker Hohn. Durch eine Politik der falschen Toleranz verlieren die eigenen Kinder zunehmend genau diese Chancen, die man anderen vermeintlich sichern will. Wir brauchen eine radikale Kehrtwende. Das öffentliche Schulwesen gehört komplett reformiert, eine echte Qualitätsoffensive ist längst überfällig! Der private Ausweg darf für die Elite nicht die Lösung sein, um sich aus der Verantwortung zu stehlen. Doch jetzt im Nachhinein die gesamte Schuld allein auf Bildungsminister Wiederkehr abzuwälzen, greift allerdings zu kurz. Diese verfahrene Situation ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen Tiefschlafs vergangener Regierungen. Wir stehen heute in einer bildungspolitischen Sackgasse, aus der uns wohl nur noch ein Magier herauszaubern könnte. Doch die Hoffnung darauf ist leider längst gestorben.
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