Das freie Wort

Trump: Zu viel der Ehre

Vor vier Jahren, am 6. Jänner 2021, hat ein Mob, aufgestachelt von Donald Trump, das Kapitol gestürmt. Die Bilanz des versuchten Putsches waren fünf Tote, 140 Verletzte, Hunderte in Todesangst flüchtende Abgeordnete. Für den „Verräter“, Vizepräsident Mike Pence, der sich geweigert hat, das „Electoral College“, die Bestätigung der Wahlleute, zugunsten Trumps zu manipulieren, stand ein Galgen bereit. Pence ließ sich nicht einschüchtern. Damit war Joe Biden der 46. Präsident der USA. Präsident Donald Trump verfolgte stundenlang die Szene, ohne dem Spuk ein Ende zu bereiten. Und dann folgte das für mich Unvorstellbare. Der mit wenig Skrupeln gesegnete Trump wurde Kandidat der Republikaner. Der Mann, der nach 250 Jahren ihres Bestehens das Wahlrecht und damit die Verfassung der USA ausgelöscht hätte, wurde gewählt und nun im besagten Kapitol feierlich mit „Standing Ovations“ inauguriert. Unter anderem hat er angekündigt, alle rund 1600 wegen der Erstürmung des Kapitols verurteilten Aufständischen, Trump spricht von Geiseln, zu begnadigen. Zur Verwunderung vieler Beobachter haben Barack Obama (ohne seine Frau Michelle) sowie Bill und Hillary Clinton an der feierlichen Amtseinführung teilgenommen. Ein Zuviel der Ehre für den unberechenbaren Narzissten. Mir wird angst und bange, wenn ich daran denke, dass dieser Mann den Atomkoffer, „Nuclear Football“, bedient.

Mag. Manfred Eder, Linz

Erschienen am Do, 23.1.2025

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