Es gibt Empörung über die Einkommen im ORF. Es ist eine verbreitete Eigenschaft des Österreichers, zuerst darauf zu schauen, was der andere verdient. Denn viele betrachten ihr Einkommen als das höchste sachlich und moralisch vertretbare Einkommen. Wer mehr verdient, ist entweder ein Pülcher, ein „Obizahrer“ – oder er hat „es sich gerichtet“. Ich bin überzeugt, dass viele von denen, die sich in ihren Briefen empören, ohne jegliche Bedenken ein solches Gehalt annehmen würden, wenn man es ihnen anbieten würde – ohne sich Gedanken über die „Berechtigung“ zu machen. Es stellt sich die Frage, ob man sich die, die diese Gehälter anbieten, näher ansehen muss. Diese müssen es beurteilen, ob die Tätigkeit des Betreffenden dieses Einkommen wert ist oder nicht. Bei Nebeneinkommen sollte man feststellen, welche Tätigkeit der Betreffende dafür leistet und ob die Tätigkeit privat oder öffentlich ist. Dies sollte man bedenken, bevor man die Betreffenden namentlich an den Pranger stellt. Nur auf den Neid abzuzielen, das hielt ich bisher unwürdig für eine Zeitung wie die „Krone“. Oder sind nur die Schlagzeilen wichtig?
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