Das freie Wort

Gibt es Hoffnung auf Frieden?

Wenn man die öffentlich propagierten russischen Intentionen einer Totalvernichtung der ukrainischen Unabhängigkeit zu Ende denkt, bedeutet dies die vollkommene Eliminierung jedweden ukrainischen Nationalbewusstseins samt nachfolgender Zwangs-Umerziehung eines ganzen Volkes. Dies wird Russland wohl kaum gelingen, aber es ist zu 100 Prozent sicher, dass speziell die Westukrainer für einige Generationen lang nichts mehr mit ihren ehemaligen slawisch-russischen Brüdern und Schwestern zu tun haben werden wollen. Die Ukraine wird wohl jahrzehntelang den Verlust der Krim und der Ostgebiete (Donbass) nicht verwinden können. Wenn es überhaupt zu einem aus einem Dauerwaffenstillstand heraus entstandenen Pseudofrieden zwischen Russland und der Ukraine kommen sollte, wird dieser eiskalt bleiben. Russland hat mit dem Ukrainekrieg dem gesamten Slawentum unbestritten schweren Schaden zugefügt, und es stellt sich natürlich die Frage, ob je wieder so etwas wie Vertrauen und Freundschaft zwischen Ukrainern und Russen entstehen könnte. Niemand kann das derzeit beantworten. Die Zeit heilt bekanntlich viele, jedoch nicht alle Wunden. Ob sie es schafft, die tiefe und offene Wunde zwischen Russland und der Ukraine je wieder zu heilen, wird sich erst weisen. Ein nachhaltiger Waffenstillstand auf Augenhöhe wäre jedenfalls oberste Priorität, um eine Alternative zum gegenwärtigen Kriegswahnsinn anzubieten. Dazu sind die Herren Putin und Zelenskij namens der restlichen Welt dringendst aufgefordert.

Martin Krämer, per E-Mail

Erschienen am Do, 28.3.2024

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