Das freie Wort

Dunkle Wolken am Horizont: Wirtschaft 2024 und Immobilienpleiten

Das Interview von Herrn Dr. Androsch mit Herrn Dr. Wailand in der Samstag-„Krone“ beschreibt es exzellent und absolut zutreffend. Dunkle Wolken und Gewitter stehen am Horizont: Viele Innovationen und Investitionen in die Zukunft stecken in bürokratischen Verfahren fest. Dass der Netzausbau ein Engpass ist, liegt nicht nur an den Netzbetreibern, sondern an der überlangen Verfahrensbürokratie. Im Winter müssen wir bis zu 50 Prozent Strom importieren, der vorwiegend aus Atomkraftwerken oder Kohlekraftwerken kommt. Wir fördern E-Autos, um diese mit Kohlestrom im Winterhalbjahr zu betanken. Wir führen für die Energieerzeuger, wie dem Verbund, eine Übergewinnsteuer ein, anstatt mit diesen Gewinnen die mehr als notwendigen Investitionen in Wasserkraftwerke umzusetzen, wie es die Schweiz macht. Allein ein Donaukraftwerk in Hainburg – in Nassbauweise, ohne einen Baum zu fällen – kann so viel Strom, wie eine Million E-Autos brauchen, erzeugen. Und macht uns unabhängig und sichert den Grundwasserspiegel in der Au. Für die Wirtschaft, KMU oder Großunternehmen ist Rechtssicherheit viel wichtiger als diverse komplizierte Fördertöpfe. Wir reden vom Bürokratieabbau, und das Gegenteil ist Realität. Das Lieferkettengesetz und das ESG-Reporting erzeugen enormen Mehraufwand und jede Menge mehr Administration. Einzig der außereuropäische Wettbewerb profitiert davon. Die massive Erhöhung der Staatsschulden, die nicht in Zukunftsinvestitionen, sondern letztlich in den Konsum fließen, sind ein Bumerang. Die Rechnung in Form von Inflation und Zinsen zahlen die nächsten Generationen. In schöner Regelmäßigkeit lösen Immobilienpleiten größere wirtschaftliche Verwerfungen aus. Aktuell stellt die Signa Gruppe das wieder unter Beweis. Zuvor waren es die Subprimekrise in den USA und andere. Auch in China stehen einige größere Immogruppen im Fokus, nur dort ist das Volumen vielfach größer. Aber muss das so sein? Immobilienunternehmen dürfen Aufwertungen von Immobilien gewinnerhöhend bilanzieren. Jedes andere Unternehmen darf nur realisierte Gewinne ausweisen. Bei Immo-Unternehmen genügen Wertgutachten, um schöne Bilanzen darzustellen. Die notwendige Liquidität muss dann von Banken finanziert werden. Diese Gewinne werden versteuert. Im Falle von Signa hat der Staat in Summe wohl auch einiges an Körperschaftssteuer erhalten. Der Staat kann sehr wohl so etwas verhindern, indem er Aufwertungsgewinne durch Gutachten nicht mehr bilanztechnisch zulässt, das heißt, die Ausnahme für Immo-Unternehmen abschafft. Kreditgeber sind im Regelfall gerade bei Immobilienbewertungen meist sehr streng und vorsichtig. Hoffentlich auch in diesem Fall.

Dr. Alexander Hartig, per E-Mail

Erschienen am Di, 2.1.2024

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