Das freie Wort

Putins unverzeihliche Fehler

In einigen Jahren wird man in politikwissenschaftlichen Kreisen wohl gerne den russischen Präsidenten Putin als jenen Staatsführer charakterisieren, der in kurzer Zeit die vergleichsweise meisten politischen Fehler zuungunsten seines Landes gemacht hat. Kurz aufgezählt sind das: Vier sinnlose Kriege zwischen 2000 und 2022 vom Zaun gebrochen (Tschetschenien, Georgien, Krim und Ostukraine bzw. gesamte Ukraine). Zehntausende junge Männer sinnlos als Kanonenfutter verheizt. Totale wirtschaftliche und politische Abhängigkeit zu China eingeleitet. Nachhaltigen wirtschaftlichen Niedergang des Landes durch den dauerhaften Verlust der westlichen Energiekundschaft ausgelöst. NATO-Erweiterung um Finnland und bald Schweden verursacht. Schlimmste außenpolitische Isolation Russlands seit 1949 ausgelöst – durch propagierte Feindschaft zu den ehemaligen westlichen Partnern. Auswanderung von mittlerweile rund drei Millionen bestens ausgebildeten jüngeren Russen wegen des Ukrainekrieges in Kauf genommen (immenser Braindrain). Schwerste völkerrechtswidrige Kriegsverbrechen in der Ukraine begangen und dadurch Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes erwirkt. Schwerste Zerstörungen in der Ukraine verursacht, für die Russland Hunderte Milliarden Euro an Reparationen wird leisten müssen. Totale Diktatur in Russland errichtet. Die zukünftige Verteidigungsfähigkeit des Landes gegen mögliche außereuropäische Gegner entlang der langen südlichen Landesgrenzen entscheidend geschwächt. Wesentliche Voraussetzungen für einen möglichen innerrussischen Bürgerkrieg mit nachfolgendem Zerfall des Landes geschaffen. Noch halbwegs vernünftig denkende, noch nicht vollkommen indoktrinierte Russen müssten sich wirklich langsam fragen, ob dieser Mann nicht längst von der Führung des Landes entfernt werden sollte?

Martin Krämer, per E-Mail

Erschienen am So, 9.4.2023

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