Mit Einführung eines Facharztes für Allgemein- und Familienmedizin müssen Medizinabsolventen zukünftig eine Verlängerung ihrer Ausbildungszeit von drei auf fünf Jahre in Kauf nehmen. In dieser Übergangsphase gibt es freistehende Arztpraxen in Hülle und Fülle, denn mögliche Bewerber sind zwei Jahre länger ans Krankenhaus oder an eine Lehrpraxis gebunden. Auch der Kassenärztemangel wird damit verschärft. Grund: Mediziner mit einer derart langwierigen und aufwendigen Ausbildung sind weit weniger bereit, vertragsrechtliche Einengungen zu akzeptieren. Die neuen Fachärzte wollen das Erlernte unbeschränkt in Anwendung bringen und nicht von Chefärzten der Sozialversicherung bevormundet werden. Folge: Die Aufgewerteten schließen sich mehrheitlich der Heerschar an Wahlärzten an, eine Befeuerung der Zwei-Klassen-Medizin.
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