Mit überwältigender Mehrheit wurde Ferdinand „Bongbong“ Marcos Jr. kürzlich zum neuen Präsidenten der Philippinen gewählt. Der Sohn eines Diktators, einst mit seinen Eltern aus dem Land vertrieben, kehrt damit zurück an die Macht. Marcos Jr. gelang es mit einer massiven Social-Media-Kampagne, gepaart mit einer gezielten Desinformationsstrategie, die Geschichte seiner Familie vergessen zu machen. Während er klassischen Medien und kritischen Fragen aus dem Weg ging, baute er sich in den sozialen Medien eine Parallelwelt auf. Dort wurde aus der einst blutigen Ära seines Vaters, in welcher das Kriegsrecht verhängt wurde und Tausende Menschen Opfer von politischen Morden und Folter geworden sind, eine „goldene“ Ära. Mit dem Sieg Marcos’ Jr., der dem scheidenden Hardliner Duterte folgt, ist wohl keine Zeitenwende zu erwarten. Vielmehr sind die Philippinen ein Muster für die Aushöhlung von Demokratie, wo Mächtige wissen, wie man kritische Öffentlichkeit ausschalten kann.
Ingo Fischer, Lavamünd
Erschienen am So, 15.5.2022
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