Das freie Wort

Salonkommunismus statt „Bolschewismus“?

Ein Gespenst geht um in Graz und hat eine wahlspezifische „Reservearmee“ von fast 30% aktiviert. Historisch waren die Kommunisten immer dann stark, wenn es Ländern und deren Bürgern besonders schlecht gegangen ist, etwa in Russland während des Ersten und in Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg. So weit ist man hierzulande glücklicherweise noch nicht, aber trotzdem hat sich eine tot ge-glaubte und sich in der operativen Umsetzung schon mehrmals selbst widerlegte Ideologie durchgesetzt. Und auch wenn sich die Hauptvertreterin der Partei eine lächelnde Maske aufsetzt, ist der Klassenfeind im Kommunismus das besitzende und produzierende Bürgertum, das man enteignen muss, weil die Strukturen des Systems falsch sind und zerstört werden müssen. Oder man pflegt statt des klassischen „Bolschewismus“ einen Salonkommunismus als Kultstatus, wie es ihn vor allem in Italien, aber auch in Frankreich und einigen anderen Ländern gab, wobei man sich theoretisch zu dieser Ideologie bekennt, sie aber in der Praxis nicht lebt.

Mag. Martin Behrens, Wien

Erschienen am Do, 30.9.2021

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