Drakonische Strafen sind nie und nimmer das Mittel der Wahl, um Gesetzesbrüche wie Raserei usw. zu ahnden. Sie sind bewusst eingesetzte Mittel der Herrschenden, um eine Gesellschaft zu spalten, um den Urinstinkt im Menschen nach Vergeltung zu aktivieren. Irgendwann wird dann aus Wut und Rache „Hängt ihn höher“ gerufen! In einer humanen Gesellschaft geht man mit Rechtsbrechern anders um, die Verhältnismäßigkeit einer Strafe muss das Credo sein. Vielleicht ist es das eine oder andere Mal nicht gerecht, aber es ist DER Grundsatz, auf dem die moderne Rechtsprechung beruht. An den Pranger, in Zukunft an den digitalen Pranger stellen, das ist eines Rechtsstaates und einer modernen Gesellschaft unwürdig und zutiefst abzulehnen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, egal, was er auch tut. Viel zu schnell waren wir sonst bei öffentlichen Schauprozessen und Hinrichtungen, wie uns die Geschichte lehrt, und ich denke, das sollte sich in keiner Weise je wiederholen.
Klaudia Aschbacher, Gratwein-Straßengel
Erschienen am Fr, 12.3.2021
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