Wie immer habe ich auch am Tag nach der Wahl die Leserbriefe aufmerksam gelesen. Dass der SPÖ die unrealistischen Wahlversprechen nicht geglaubt wurden und das nicht enden wollende Schlechtmachen des Gegners keinen Erfolg brachte, spricht für den Verstand der Wähler. Auch Herrn Unterholzner kann ich zum Thema „Wahlkarten“ nur voll zustimmen. Den Leserbrief von Frau Marsteurer halte ich aber für widersprüchlich. Den Aufdecker Pilz hätte sie gerne im Parlament gehabt, den Aufdecker Balluch jedoch nicht. Tierschutz wurde im Wahlkampf von allen Parteien totgeschwiegen. Dass nicht einmal die Grünen daran erinnerten, dass die vielzitierte Menschlichkeit auch den Tierschutz beinhalten sollte, war besonders enttäuschend. Dem Tierschützer Balluch wurde schon übel mitgespielt, weil er für unsere Mitgeschöpfe Partei ergreift, die der Gier und Herzlosigkeit des Menschen wehrlos ausgeliefert sind. Man hat ihn dafür wie einen Verbrecher behandelt. Das beste Tierschutzgesetz ist wirkungslos, wenn seine Einhaltung nur zu einem verschwindend geringen Prozentsatz kontrolliert wird. Da sollte man doch froh sein, wenn es jemanden gibt, der nach dem Rechten sieht. Was haben denn die bäuerlichen Kollegen von Frau Marsteurer zu verbergen? Wenn Tiere gut gehalten und versorgt werden, muss man doch keine Angst davor haben, dass jemand hinter die Stalltüre schaut! Diese Angst scheint aber – leider nicht nur in Einzelfällen – sehr groß zu sein. Das gibt zu denken. Pythagoras meint: „Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück.“
Christine Bauer, Mödling
Erschienen am So, 6.10.2019
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