"Wir haben die Situation analysiert und diese Entscheidung getroffen. Wir haben ihm nichts vorzuwerfen, er hat sein Bestes getan", meinte Reiter. Weissenböck selbst war von seiner Abberufung nicht überrascht. "Nach dem Spiel in Tirol war der Druck im Verein und um meine Person schon groß. Und als ich heute den Anruf von Manager Reiter am Handy gesehen habe, habe ich schon gewusst, worum es gehen könnte", sagte der 36-Jährige.
Bis spätestens Mittwoch will der noch nicht von Abstiegssorgen befreite Tabellensiebte den neuen Mann auf der Kommandobrücke präsentieren. Ob dieser die Mannschaft in den abschließenden drei Saisonspielen nur interimsmäßig oder über die Saison hinaus betreut, ist noch offen. Sollte bis Montag keine Entscheidung fallen, werden die beiden Routiniers Oliver Glasner und Herwig Drechsel bis auf weiteres das Training leiten.
Georg Zellhofer möglicher Nachfolger?
Zu möglichen Kandidaten wollte sich Reiter nicht äußern. Der schon in den vergangenen Wochen ins Spiel gebrachte Georg Zellhofer ließ sich ebenfalls nicht in die Karten schauen. "Es hat zu diesem Thema kein Gespräch gegeben. Ich habe noch bis 30. Juni einen Vertrag bei der Austria. Ich mache mir darüber keine Gedanken, sondern analysiere noch meine Zeit bei der Austria", meinte der Ex-Coach der Wiener Violetten.
Weissenböck könnte den Innviertlern als ehemalige Sportlicher Leiter der Nachwuchsakademie weiter erhalten bleiben. "Ich werde mich nach Saisonende mit dem Verein zusammensetzen, der Club hat Interesse gezeigt, mit mir in einer anderen Funktion zusammenzuarbeiten", erklärte der nunmehrige Ex-Coach, der seinen Vertrag mit Ried erst im Frühjahr bis Sommer 2009 verlängert hatte.
Nur ein Punkt aus sechs Spielen
Der 36-Jährige hatte gemeinsam mit Gerhard Schimpl Ende Oktober 2007 die Nachfolge des zu Wacker Innsbruck abgewanderten Helmut Kraft übernommen. Seit der Winterpause trug Weissenböck die alleinige Verantwortung für die Kampfmannschaft, die aus den jüngsten sechs Partien nur einen Punkt holte. Zuletzt gab es Samstag ein 0:1 in Tirol gegen Schlusslicht Wacker Innsbruck.
Im Frühjahr sammelte der noch regierende Vizemeister in zehn Partien bei Heimsiegen gegen Austria Kärnten und Altach bzw. einem Heimremis gegen Mattersburg nur sieben Zähler. In 18 Spielen unter Weissenböck gab es bei 10 Niederlagen und 5 Remis nur 3 volle Erfolge. Dabei war das Duo Weissenböck/Schimpl mit einem 2:0 gegen Meister Salzburg fulminant gestartet.
Siebter Trainerwechsel der Saison
In der Saison 2007/08 war die Personalentscheidung der siebte Trainerwechsel, der zweite im Innviertel. In Klagenfurt folgte zunächst Klaus Schmidt auf Walter Schachner, wurde dann aber durch Frenkie Schinkels abgelöst. In Ried ersetzte Weissenböck seinen Vorgänger Kraft, der seinerseits Lars Söndergaard bei Wacker Innsbruck beerbte. Nach der Ablöse von Manfred Bender sitzt in Altach Heinz Fuchsbichler auf dem Trainerstuhl, bei der Austria beerbte Didi Constantini im März Georg Zellhofer.
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