24.01.2008 10:27 |

Riedler im Interview

Neuer Grazer SPÖ-Chef über Debakel und Pläne

Die Stadt-Roten hängen nach dem Wahldebakel in den Seilen. Wolfgang Riedler, Finanzstadtrat und neuer starker Mann der SP, im Interview. Er spricht offen über Fehler im Wahlkampf: "Die SP war nicht gut beraten Persönlichkeitswahlkampf zu führen, wir hätten auf Themen setzen müssen."

Welche Erklärungen haben Sie für die Wahlschlappe?
"Die SP war nicht gut beraten, einen Persönlichkeitswahlkampf zu führen, wir hätten auf Themen setzen müssen. Es gab zu wenig Bereitschaft zur politischen Auseinandersetzung mit der VP. An Siegfried Nagl hätte es politisch viel zu kritisieren gegeben. Der Wahlkampf war insgesamt unglücklich. Auch die Kommunikation nach außen war nicht optimal. Die SP hat es nicht geschafft, ältere, treue rote Wähler anzusprechen."

Hätte man nicht vor der Wahl die Notbremse ziehen müssen? Die Umfragen waren doch deutlich.
Riedler: "Es gab verschiedene Prognosen. Es war falsch an die eigene Umfrage zu glauben, aber im Wahlkampf neigt man dazu, die guten Prognosen heraus zu picken."

Wird es personelle Konsequenzen geben? Etwa für den Wahlkampfleiter und den Parteigeschäftsführer?
Riedler: "Die erste Konsequenz erfolgte schon mit dem Rücktritt von Walter Ferk. Ansonsten habe ich meine ganz klaren Vorstellungen, aber ich bitte um Verständnis, dass ich das jetzt nicht in der Öffentlichkeit debattiere sondern parteiintern."

Wie kann die SP aus der Krise geführt werden?
Riedler: "Wir müssen schonungslos aufklären, was passiert ist. In dieser schwierigen Situation zeigt sich, wer Charakter hat. Mein Blick richtet sich auf die nächsten fünf Arbeitsjahre. Wir müssen die Kommunikation nach außen verbessern, offener, urbaner werden. Es geht um die Glaubwürdigkeit der SP."

Welche Bedingungen stellen Sie bei den Verhandlungen mit der Volkspartei?
Riedler: "Über Details spreche ich jetzt nicht, klar ist, dass der Sanierungskurs fortgesetzt werden muss, dass es etwa bei der Jugend und den Menschenrechten, zu keiner Abkehr des Weges in Graz kommen darf."

Interview: Gerald Richter

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