21.01.2008 17:21 |

Fast stranguliert

Raubüberfall auf Pfarrer im Bezirk St. Pölten

Nach einem brutalen Raubüberfall auf einen Pfarrer im Bezirk St. Pölten am Sonntag laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Der 64-jährige Geistliche wurde von drei Tätern fast stranguliert. Eine Alarmfahndung nach den drei unbekannten Tätern verlief bisher ergebnislos.

Der Pfarrer hatte, so Franz Kern, Abteilungsleiter bei der Außenstelle St. Pölten des Landeskriminalamtes Niederösterreich, gerade ferngesehen, als die Männer um 19.20 Uhr an der Eingangstür zum Pfarrhof in Böheimkirchen läuteten. Als er öffnete, stürmten sie sofort in den Vorraum und bedrohten ihn verbal und körperlich. Der 64-Jährige wehrte sich gegen die Angriffe und biss einen Täter derart in die Hand, dass dieser laut Sicherheitsdirektion geblutet haben dürfte.

In der Folge fesselten die Kriminellen den Pfarrer mit Paketschnüren. Sie legten ihm auch eine Schnur um den Hals und zogen zu, um ihn zum Öffnen des Tresors zu zwingen. Daraus entnahmen sie Bargeld und Sparbücher und stahlen auch die Geldbörse mit den Bankomatkarten des Opfers und der Pfarre.

Täter ließen den Pfarrer verletzt liegen
Die Täter ließen den Pfarrer verletzt und gefesselt zurück und flüchteten, wobei sie die Tür zum Pfarrhof von außen versperrten und den Schlüssel mitnahmen. Gegen 20.00 Uhr gelang es dem Überfallenen, sich zu befreien. Er verließ das Haus durch ein Fenster und rief Hilfe herbei.

Der Geistliche hatte Prellungen u.a. des Schädels sowie Abschürfungen erlitten und befand sich in einem Schockzustand. Er wurde mit der Rettung ins Krankenhaus St. Pölten gebracht.

Zwei Täter maskiert
Zwei der Täter waren maskiert, der dritte hatte eine auffallend fahle Gesichtsfarbe und war etwa 40 Jahre alt. Keiner der Männer war größer als 1,75 m. Sie sprachen gebrochenes Deutsch.

Wie Kern weiter ausführte, haben die noch am Abend durchgeführten ersten Befragungen der Anrainer keine Hinweise bzw. verdächtige Beobachtungen ergeben. Von der weiteren Aussage des Opfers erhoffte sich der Kriminalist u.a. eine Konkretisierung der Personenbeschreibung der Täter.

Den Raubüberfall auf den Pfarrer in Klosterneuburg-Kierling am 4. Jänner haben ebenfalls drei bis dato unbekannte Täter verübt. Einbruchsdiebstähle in Pfarrhöfe habe es immer wieder gegeben, so Kern, diese "Qualität" der Kriminalität sei allerdings zumindest in seiner fast 30-jährigen Dienstzeit neu.

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