15.01.2008 17:38 |

Krankmachend?

Acht Krankheitsfälle nach HPV-Impfung

In Österreich dürfte es in den Jahren 2006 und 2007 mehrere Krankheitsfälle gegeben haben, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gegen Human-Papilloma-Viren (HPV) zur Verhütung von Gebärmutterhalskrebs stehen. Der Sprecher der Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Oskar Wawschinek, bestätigte acht Fälle.

Die von den Patienten genannten Nebenwirkungen reichten von Schwindel über Fieber und Ausbleiben der Menstruation. Das Gesundheitsministerium beurteilt den Impfstoff allerdings weiterhin als sicher.

Tragischer Todesfall nach Impfung
Ein Fall endete besonders tragisch. Eine 19-jährige Oberösterreicherin starb im Oktober drei Wochen nach der Impfung. Der Fall wird nun von der Staatsanwaltschaft untersucht. „Wir sind in engem Kontakt mit der Familie, der Staatsanwaltschaft und den EU-Stellen. Wir sind für eine schnelle Aufklärung des Falls“, sagte der Sprecher von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (ÖVP), Jürgen Beilein.

„Jetzt stellen sich viele die Frage, warum etwa weiß man von den Nebenwirkungen nicht vorher?“, sagte Wawschinek. Bei klinischen Studien werde nur ein gewisses Spektrum beleuchtet. Sobald das Medikament flächendeckend eingesetzt wird, werde aber eine ganz andere Breite abgedeckt. „Da sind dann plötzlich Menschen mit seltenen Erkrankungen und Allergien, und dann treten erst Nebenwirkungen auf, die man vorher nicht feststellen konnte.“

Nebenwirkungen schwer abschätzbar
Die Beurteilung der Medikamentensicherheit gestaltet sich laut Wawschinek schwierig. „Das hängt von der Anzahl der Fälle und ihre Schwere ab.“ Zudem sei es „unmöglich, die gleiche Situation wieder herzustellen, als der Patient Nebenwirkungen verspürte. Das ist nicht wiederholbar.“ Der Körper dieses Menschen könnte zu dieser Zeit gerade ganz anderen Belastungen ausgesetzt sein und daher könnten sich Nebenwirkungen verstärkt haben.

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