Zu den Begräbnisfeiern waren zahlreiche Mitglieder des europäischen Hochadels erschienen, unter ihnen Fürst Hans Adam II. von Liechtenstein, Großherzog Henri von Luxemburg und die belgische Königstochter Astrid als Vertreterin von König Albert II.
Familie Habsberg beim Begräbnis
Neben Otto Habsburg, Paneuropa-Ehrenpräsident und Doyen des Hauses, nahmen an dem Begräbnis auch die beiden anderen noch lebenden Brüder Carl Ludwigs, Felix (91) und Rudolf (88) von Habsburg, teil. An der Spitze des Trauerzuges fanden sich ferner Ottos Söhne, Karl, der heute Chef des Hauses Habsburg ist, und Georg, mit ihren Ehefrauen Francesca und Eilika, sowie zahlreiche Mitglieder der in ganz Europa verstreuten Familie. Die engste Familie des Bankiers und Unternehmers Carl Ludwig umfasste seine Witwe, Prinzessin Yolande de Ligne, und die vier Kinder des Paares - Carl Christian, Rudolf, Alexandra und Constanze.
Europäischer Adel unter Trauergästen
Unter den Trauergästen waren ferner Fürst Karl Schwarzenberg, der heute das Amt des tschechischen Außenministers bekleidet, Graf Liederkerke, der bei den Trauerfeierlichkeiten den Großmeister des Malteser Ritterordens vertrat, und eine Reihe von Diplomaten und Angehörigen der europäischen Aristokratie. Die belgische Königstochter Astrid, selbst mit Erzherzog Lorenz von Österreich-Este, einem Neffen des Verstorbenen verheiratet, repräsentierte zugleich das belgische Königshaus. Auch der ehemalige Außenminister Alois Mock und seine Frau waren unter den Trauergästen.
Kondukt zur Kapuzinergruft
Nach dem Trauergottesdienst formierte sich auf dem Stephansplatz der Kondukt in Richtung Kapuzinergruft. An der Spitze des Trauerzuges marschierten Traditionsverbände aus Österreich, Ungarn und Tschechien sowie katholische Studentenverbindungen, deren Fahnenträger zuvor im voll besetzten Dom Spalier gebildet hatten. Direkt hinter dem Sarg mit den sterblichen Überresten von Carl Ludwig Habsburg-Lothringen schritten die Familienangehörigen, dann die Repräsentanten von Staaten und die Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies.
Unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger bewegte sich der Trauerzug vom Stephansdom über die Kärntner Straße und bog dann durch die Führichgasse und die Tegetthoffgasse zur Kapuzinergruft ein, der traditionellen Begräbnisstätte des einstigen Herrscherhauses der Donau-Monarchie. Polizisten gaben ausländischen Touristen bereitwillig und wenn nötig auch auf Englisch Auskunft über das Ereignis.
Hoch- und Deutschmeister spielten
Am Eingang der Kapuzinergruft wurde der Verstorbene von der Zirler Schützenkompanie feierlich verabschiedet, die Traditionsverbände standen Spalier. Verwundert waren einige Schaulustige, als sie die deutsche Hymne zu hören vermeinten - die Hoch- und Deutschmeister spielten die alte österreichische Kaiserhymne von Joseph Haydn, deren Melodie Deutschland für seine Hymne übernommen hat. Unter den Klängen des Andante Doloroso wurde der Sarg in die Kapuzinergruft getragen. Nur die engste Familie wohnte der Beisetzung bei.
Ex-Kaiserin Zita war 1989 die bisher letzte Angehörige des Hauses Habsburg, die in der Kapuzinergruft beigesetzt worden war. Ihr Sohn Carl Ludwig hatte sich die Beisetzung an der Seite seiner Mutter gewünscht. In der traditionellen Grablege der Habsburger ist nach Aussagen des Kustos, Pater Gottfried Undesser, nur mehr Platz für drei weitere Särge. Die Entscheidung, wer in der Kapuzinergruft bestattet wird, obliegt dem Haus Habsburg. Die Kaisergruft am Neuen Markt birgt bereits über hundert Sarkopharge.










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