Es könne nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass die in dem Geschäft portionierten und verpackten, aber auch unverpackten Lebensmittel mit dem Krankheitserreger kontaminiert sind. Vor dem Verzehr dieser Lebensmittel wurde eindringlich gewarnt.
Vergangenen Donnerstag sind 13 Gelbsucht-Fälle bekanntgeworden. Die Infektionen erfolgten laut Landessanitätsdirektion durch sozial Kontakte mit dem Mitarbeiter in der Fleischabteilung und durch den Einkauf von Lebensmitteln. Seit Bekanntwerden der Krankheitsserie wurden Arztpraxen von verunsicherten Patienten gestürmt. Die Mediziner, die mit weiteren Hepatitis-A-Erkrankungen rechnen, rieten zu Impfungen und sorgfältiger Hygiene.
Auch Einkaufssackerl entsorgen
Zudem erteilte das Marktamt allen Kunden des Sparmarktes den eindringlichen Rat, alle Lebensmittel, die in dem Betrieb zwischen Anfang November 2007 und 3. Jänner 2008 selber hergestellt, portioniert oder dort verpackt worden sind, einschließlich der ursprünglichen Verpackung (wie zum Beispiel das Einkaufssackerl) zu entsorgen und sich anschließend die Hände zu waschen. Dasselbe gelte für unverpackte Lebensmittel.
Vorsicht auch bei eingefrorener Ware
Auf eingefrorene Lebensmittel sei besonders zu achten, da hier der Erreger über mehrere Monate ansteckungsfähig bleibt. Nur vollständiges Durcherhitzen auf eine Kerntemperatur von mindestens 100 Grad töte den Virus ab. Zu den gefährdeten Waren zählten insbesondere Lebensmittel aus der Fleisch- und Feinkostabteilung sowie Obst, Gemüse, Brot- und Backwaren. Nach ihrer Entsorgung sollten nicht nur die Hände, sondern auch die Aufbewahrungsgegenstände wie Obst- und Gemüseschalen, Kühlschrankfächer und dergleichen sorgfältig gereinigt werden.
Das Geschäft in der Paracelsusstraße wurde vorübergehend geschlossen, es soll voraussichtlich am Montag, 14. Jänner, wieder geöffnet werden.
Was ist Hepatitis A?
Hepatitis A ist eine virale Leberentzündung und eine hochansteckende Krankheit, die durch persönlichen Kontakt (Kontakt- oder Schmierinfektion) oder über Lebensmittel (verunreinigtes Wasser und Gebrauchsgegenstände, besonders häufig auch über Muscheln und Austern oder mit Fäkalien gedüngtes Gemüse und Salate) übertragen wird, erläuterte der Landessanitätsdirektor. Dass sich der Spar-Mitarbeiter über verunreinigte Lebensmittel angesteckt haben könnte, sei unwahrscheinlich.
Krankheitsverlauf
Die Inkubationszeit vor Ausbruch der Symptome beträgt zwischen 14 und 60 Tagen, zumeist circa einen Monat. Besonders bei Kindern verläuft die Infektion häufig ohne erkennbare Symptome, unspezifische Symptome wie Magenschmerzen und Krankheitsgefühl können leicht übersehen werden. Nach der Inkubationszeit stellen sich Fieber, Bauchschmerzen, Juckreiz, Gelenks- und Gliederschmerzen und in vielen Fällen eine Gelbfärbung der Skleren (das Weiße der Augen) und der Haut ein sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl, das Wochen bis Monate anhalten kann. In der Phase der akuten Erkrankung liegen eine Lebervergrößerung und häufig auch eine Milzvergrößerung vor. Hepatitis A kann beim Erwachsenen auch dramatisch verlaufen und vor allem bei Vorgeschädigten in einem von 1.000 Fällen zum Tode führen. Hepatitis A neigt nicht zum Chronischwerden, sondern heilt im Allgemeinen folgenlos aus.










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