Noch ein König!

Juan Carlos I. in Wien

Österreich
21.11.2007 17:52
Wieder ein König in Wien: Der spanische Regent Juan Carlos I. und Bundespräsident Heinz Fischer haben am Mittwochnachmittag den neuen Sitz des OSZE-Headquarters, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, in Wien eröffnet. Die OSZE sei ein „gemeinsames Arbeitsprogramm für Frieden, Wohlstand und Demokratie für unseren gesamten Kontinent“, erklärte Juan Carlos anlässlich der feierlichen Zeremonie im Palais Palffy-Erdödy in der Wiener Innenstadt. Fischer meinte, Österreich nehme „seine Verantwortung als Gastgeberland für wichtige internationale Organisationen sehr ernst“.

„Die Respektierung der Menschenrechte und grundsätzlicher Freiheiten, von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind ein essenzieller Teil der vereinbarten Werte", lobte Fischer in seiner Ansprache die Arbeit der OSZE. 

Juan Carlos, dessen Land heuer den OSZE-Vorsitz innehat, erinnerte daran, dass sowohl Österreich als auch Spanien 1975 die Schlussakte von Helsinki unterzeichneten, in denen Vereinbarungen über die Menschenrechte, die Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft, Technik und Umwelt, Sicherheitsfragen sowie Fragen der Zusammenarbeit in humanitären Angelegenheiten getroffen wurden.

„Dies öffnete den Weg für die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, aus der 1994 die OSZE hervorgegangen ist“, sagte der spanische Monarch. Damals sei es noch nicht vorhersehbar gewesen, dass die Konfrontationen zwischen Ost und West in Europa ein paar Jahre später verschwinden würden. „Heute arbeiten dank der OSZE 56 Länder auf einer ebenbürtigen Basis zusammen, um mitzuhelfen, dass unser Kontinent ein zunehmend sicherer Bereich wird.“

Meinungsaustausch in der Hofburg
Am Nachmittag hatte Fischer den spanischen König zu einem Meinungsaustausch in der Hofburg empfangen. Gesprächsthemen waren nach Angaben der Präsidentschaftskanzlei der EU-Vertrag, die EU-Erweiterung, der Nahost-Konflikt und der Kosovo. Spanien steht einer Unabhängigkeit des Kosovo nicht zuletzt wegen Abspaltungsbestrebungen im eigenen Land (Basken, Katalanen) eher skeptisch gegenüber.

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