Der Schwiegersohn habe die Scheidung gewollt, da er Zweifel an der Treue seiner schwangeren Frau hatte, führte Staatsanwältin Gertraud Pfeifenberger aus. Er habe auch den Verdacht gehabt, dass das Kind nicht von ihm sei. Die Aussicht, dass seine Tochter möglicherweise bald schwanger und ohne Mann dastehen würde, habe den Angeklagten zum Handeln veranlasst.
Der Ruf seiner Tochter sei ebenfalls auf dem Spiel gestanden. Deshalb habe er zur Waffe gegriffen, denn "tote Schwiegersöhne reden nicht", sagte die Anklägerin. Im Februar gab er zwei Schüsse auf seinen Schwiegersohn ab, von denen einer den Oberschenkel durchdrang. Der erste Schuss sei auf den Sitzenden abgefeuert worden, traf aber nicht. Der zweite wurde auf das flüchtende Opfer abgegeben, berichtete die Staatsanwältin. "Wer zweimal gezielt auf einen Menschen schießt, will ihn töten", sagte Pfeifenberger.
Massive Spannungen in arrangierter Ehe
Der Angeklagte hatte vor Gericht angegeben, dass er den Ehemann seiner Tochter nur erschrecken und keinesfalls umbringen wollte. Es habe in der von ihm arrangierten Ehe massive Spannungen gegeben. Sein Schwiegersohn sei seiner Tochter gegenüber auch handgreiflich geworden, hätte ihr sogar mit den Fäusten gegen den Bauch geschlagen. So auch an jenem Tag, als er auf seinen Schwiegersohn feuerte.
Der Beschuldigte und seine Tochter machten Aussagen vor Gericht, die teilweise erheblich von früheren Angaben vor der Polizei und dem Untersuchungsrichter abwichen. "Der Angeklagte traut seiner eigenen Verteidigungsstrategie offenbar nicht mehr und versucht, sich jetzt auf Notwehr herauszureden", sagte Pfeifenberger. Der mehrfache Familienvater hatte unter anderem ausgesagt, er habe die Waffe nur für eine harmlose Gaspistole gehalten. Bei einer Verurteilung blühen dem 49-Jährigen zwischen zehn Jahre Haft und lebenslänglich.
Symbolbild










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