Royaler Besuch

Schwedisches Königspaar kommt nach Österreich

Österreich
14.11.2007 13:21
Der nächste große Staatsbesuch kommt nächste Woche aus dem hohen Norden: Das schwedische Königspaar, König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia, wird von 20. bis 22. November auf Einladung von Bundespräsident Heinz Fischer in Österreich zu Gast sein. Die königliche Visite hat sich in der Bundeshauptstadt schon vielfältig angekündigt. Seit dem 6. November stehen in Wien die Zeichen auf Blau-Gelb - im Museumsquartier laufen "Schweden-Wochen" und der 100. Geburtstag der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren wird vielerorts gefeiert.

Das Königspaar wird am Dienstag nächster Woche im Inneren Burghof mit den üblichen militärischen Ehren von Bundespräsident Fischer willkommen geheißen. Überdies wird ein schwedischer Begrüßungsakzent gesetzt: Kinder der "Selma Lagerlöf"-Volksschule erwarten die Staatsgäste im Spiegelsaal der Hofburg. Nächster Programmpunkt ist ein Besuch der Albertina. Am Nachmittag besucht das Königspaar die Schwedische Kirche im 18. Bezirk, wo Vikar Gunnar Pelinka die Monarchen empfängt. Dann wird es im Parlament von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer empfangen. Den Tag beschließt ein Staatsbankett im Zeremoniensaal der Hofburg.

Am Mittwochvormittag wird im Haus der Industrie ein Schwedisches Wirtschaftsforum abgehalten, bei dem die beiden Staatsoberhäupter das Wort ergreifen. Anschließend wohnen sie einer Präsentation der Firmen Volvo und Kapsch bei. Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gibt ein Mittagessen für die Staatsgäste. Danach besuchen die Monarchen die UNO-City, wo sie die Spitzen der UNO-Organisationen treffen - UNDOC-Generaldirektor Antonio Maria Costa, CTBTO-Exekutivdirektor Tibor Toth, IAEO-Generaldirektor Mohammed ElBaradei und UNIDO-Generaldirektor Kandeh Yumkella. Am Abend lädt Carl Gustaf den Bundespräsidenten zu einem Contrediner in das SAS Radisson Hotel.

Zwischen den traditionell befreundeten EU-Ländern gibt es so gut wie keine bilateralen Probleme. Beide Staaten sind um eine Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen bemüht. Schweden ist wie Nachbar Finnland bündnisfrei, Österreich bekennt sich zur Neutralität. Anfang der 90er Jahre prägte das gemeinsame Ziel des EU-Beitritts den Besucheraustausch. Gemeinsam traten die beiden nordischen Staaten und Österreich 1995 der EU bei. Schweden hat sich aber nicht der Euro-Zone angeschlossen.

Schweden hatte - im Gegensatz zu Österreich - nie ein verkrampftes Verhältnis zum westlichen Verteidigungsbündnis NATO. Man habe weder Ambitionen auf einen NATO-Beitritt, noch bestünden Berührungsängste, betonten schwedische Politiker wiederholt. Zugleich wird die aktive Bündnisfreiheit und das Engagement bei militärischen Friedensmissionen im Ausland unterstrichen nach dem Motto, Bündnisfreiheit bedeute nicht Passivität.

Der dritte und letzte Besuchstag führt das schwedische Königspaar in das Burgenland. Im Schloss Esterhazy werden Carl Gustaf und Silvia von Landeshauptmann Hans Niessl begrüßt und einem Konzert im Haydn-Saal des Schlosses lauschen. Geplant ist ferner ein Besuch im Nationalpark Neusiedler See und eines Weinguts. Es ist nur zu hoffen, dass auch der Wettergott mitspielen wird.

Gute Beziehungen zwischen Österreich und Schweden
Seit der Kreisky-Ära hat sich eine rege Besuchsdiplomatie zwischen Österreich und Schweden abgespielt. König Carl Gustaf aus dem Hause Bernadotte, der 1973 den Thron bestieg, wird nächste Woche nach über 30 Jahren zu seinem zweiten Staatsbesuch nach Österreich kommen. Die erste Staatsvisite in Wien absolvierte er 1979, drei Jahre nach der Hochzeit mit der bürgerlichen Deutschen Silvia Sommerlath. Österreichische Staatsbesuche in Schweden fanden unter dem gegenwärtigen König zwei Mal statt: 1976 reiste Bundespräsident Rudolf Kirchschläger zu einem Staatsbesuch nach Schweden, 1997 Bundespräsident Thomas Klestil, den 1993 schon ein Arbeitsbesuch nach Stockholm führte. Der Großvater und Vorgänger des Königs, Gustaf VI. Adolf, hatte Österreich mehrmals besucht und Bundespräsident Adolf Schärf in Stockholm empfangen.

Bei dem Staatsbegräbnis für Klestil im Juli 2004 war Schweden besonders hochrangig vertreten: Das Königspaar und die Außenministerin Laila Freivalds erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre. Die Monarchen nehmen nun die Einladung wahr, die Klestil 1997 ausgesprochen hatte.

Schweden war in der Zeit des Nationalsozialismus ein Exilland für Österreicher jüdischer Herkunft - der spätere Bundeskanzler Bruno Kreisky war in Schweden im Exil, ebenso die Familie der Frau von Bundespräsident Fischer, des verstorbenen Generaldirektors der Wiener Städtischen Versicherung, Otto Binder. Margit Fischer kam als Sechsjährige aus Schweden nach Wien zurück.

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