So, 24. Juni 2018

Tod durch Hängen

18.10.2007 20:50

"Chemie-Ali" soll in Kürze hingerichtet werden

Der als "Chemie-Ali" bekannte Ali Hassan al-Majid, Cousin und einst "rechte Hand" des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein, soll in Kürze hingerichtet werden. Ein Sprecher der irakischen Regierung sagte am Donnerstag während eines Besuchs im Weißen Haus in Washington, Majid werde "in den nächsten Tagen" gehängt. Die Hinrichtung des 66-Jährigen wegen seiner Verantwortung für die Tötung von mehr als 180.000 Kurden Ende der 80er Jahre war Anfang Oktober verschoben worden.

Majid sowie zwei Mitangeklagte waren im Juni wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Sie waren neben Saddam Hussein für den Völkermord an mehr als 180.000 Kurden verantwortlich. Brutaler Höhepunkt war die Bombardierung der 70.000 Einwohner zählenden kurdischen Stadt Halabja im März 1988 mit Giftgas. Bei dem Angriff kamen mehrere tausend Menschen ums Leben. "Chemie-Ali" hatte aus seiner Beteiligung an den Massakern nie einen Hehl gemacht und während des Prozesses keine Reue gezeigt.

Husseins Cousin seit Juni in der Todeszelle
Ein Sprecher des Sondertribunals für die Verbrechen des früheren Baath-Regimes hatte bestätigt, dass die US-Armee die Überstellung der drei im Juni wegen Völkermordes an den Kurden zum Tode verurteilten Ex-Funktionäre bisher verweigert hat. Die Agentur Aswat al-Irak zitierte Mounir Haddad mit den Worten: "Die amerikanischen Truppen haben die drei zum Tode verurteilten Beschuldigten bis jetzt nicht an die Iraker überstellt, obwohl sich diese juristisch gesehen im Gewahrsam der irakischen Regierung befinden."

Die drei früheren Regimegrößen sitzen in einem US-Militärgefängnis im Irak. Ihre Auslieferung verzögerte sich wegen einer Kontroverse um den ehemaligen Verteidigungsminister Sultan Ahmed. Der irakische Staatspräsident Jalal Talabani und Vizepräsident Tarek al-Hashemi haben sich gegen dessen Hinrichtung ausgesprochen. Deshalb seien auch die beiden Mitverurteilten, "Chemie-Ali" und ein ehemaliger Militärkommandant, weiter in US-Gewahrsam, die zusammen mit Ahmed am Galgen sterben sollen.

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