21.07.2007 08:53 |

Totaler Stümper

Potter-Dieb hinterließ digitale DNA auf Fotos

Exchangeable Image File Format, kurz EXIF, nennen sich die Daten, die jede Digitalkamera beim Aufnehmen eines Bildes mitschreibt. Diese „Foto-DNA“ könnte nun jenem Fotographen zum Verhängnis werden, der Mitte der Woche den erst vier Tage später offiziell erscheinenden siebenten Band der Harry-Potter-Reihe abfotografierte und ins Netz stellte. Die Analyse der EXIF-Bilddaten entlarven das Modell sowie die Seriennummer der Kamera.

„EXIF ist ein Hersteller-übergreifender Standard, der von der Japan Electronic and Information Technology Industries Association entwickelt wurde. Diese Daten können mit entsprechender Fotosoftware ausgelesen werden und geben Informationen zur Aufnahme wieder“, erklärt Thomas Purkert von Canon Österreich.

Der Grundgedanke hinter den so genannten Metadaten ist, dass im Nachhinein festgestellt werden kann, mit welchen Einstellungen beispielsweise eine Aufnahme gemacht worden ist. Neben Informationen wie Belichtung, Auflösung, Blende, Aufnahmezeit und vieles mehr, findet man in den EXIF-Daten auch die Seriennummer der Kamera.

„Dadurch, dass die Daten für jeden frei zugänglich sind, können sie aber auch verändert werden. Man kann zusätzliche Informationen wie Fotograf oder Copyright hinzufügen oder löschen“, führt Purkert aus. Durch eine Formatumwandlung lassen sich die Daten zudem komplett entfernen. Das hat der Potter-Fotograf jedoch vergessen.

Bei seiner Kamera soll es sich um eine drei Jahre alte Canon Rebel 350 (das Pendant zur 350D) handeln, die nur in den USA und Kanada verkauft wurde, schreibt die britische Times. Mit diesen Informationen ist zwar noch kein Täter überführt, allerdings ist davon auszugehen, dass die Kamera bereits einmal beim Service war und die Daten des Besitzers somit dem Hersteller Canon bekannt sind.

Vorausgesetzt der Harry-Potter-Fotograf hat die EXIF-Daten nicht manipuliert und seine persönlichen Daten sind in Zusammenhang mit der Seriennummer bekannt, so könnte er bald ungebetenen Besuch von der Polizei bekommen. Damit könnte auch eine juristische Lawine über ihn rollen, immerhin hat der Verlag für das Hüten des Geheimnisses um den finalen Harry-Potter-Band Millionen ausgegeben. (pte)

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