Mo, 17. Dezember 2018

15 Jahre Haft

06.11.2017 16:21

Linzerin ersticht Freund: "Tut mir total leid"

Eine 41-jährige Oberösterreicherin, die im Juli des Vorjahres stark alkoholisiert ihren Freund erstochen hat, ist wegen Mordes zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Die Linzerin hatte gegen das Urteil berufen, blitzte damit aber beim Obersten Gerichtshof ab.

In der Nacht auf den 2. Juli des Vorjahres versetzte die Frau - mit 1,96 Promille sowie etlichen Medikamenten intus - ihrem ebenfalls stark betrunkenen Lebensgefährten mit einem Küchenmesser einen Stich in die Brust. Er verblutete noch an Ort und Stelle.

Anwalt plädiert auf fahrlässige Tötung
Die Angeklagte sagte im Prozess im Juni in Linz, sie könne sich nicht erinnern, gehe aber davon aus, dass sie sich mit dem Messer selbst verletzen wollte, ihr Freund versucht habe, ihr die Klinge zu entreißen und es bei dem Gerangel zu dem tödlichen Stich gekommen sei. Ihr Verteidiger Andreas Mauhart plädierte auf fahrlässige Tötung.

"Tut mir total leid"
Doch die Geschworenen sahen einstimmig den Tatbestand des Mordes erfüllt. Der Oberste Gerichtshof bestätigte diesen Schuldspruch. Der Angeklagten war die dafür verhängte Strafe von 15 Jahren zu hoch, der Staatsanwaltschaft zu niedrig, darum beriefen beide. Das Oberlandesgericht wertete in der Verhandlung am Montagnachmittag die mildernden Umstände höher als das Landesgericht, dafür sah es aber auch im Ersturteil nicht berücksichtigte erschwerende Umstände. Deshalb blieb es beim bisherigen Strafausmaß. Die Angeklagte, die zuvor noch betont hatte, dass ihr die Tat "total" leidtue, nahm das Urteil äußerlich ungerührt zur Kenntnis.

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