Mi, 22. August 2018

Prozess in Bonn

25.09.2017 11:20

Camperin vergewaltigt: Ghanaer (31) "weiß nichts"

Wegen der brutalen Vergewaltigung einer 23-jährigen Camperin in Deutschland muss sich seit Montag ein 31 Jahre alter Asylwerber aus Ghana vor dem Landgericht Bonn veranworten. Eric X., der eigentlich schon im März abgeschoben werden hätte sollen, soll bei der Tat am 2. April die junge Frau und deren Freund mit einer Astsäge bedroht haben. Er beteuert seine Unschuld, will vor Gericht aber nicht schweigen.

Oberstaatsanwältin Claudia Trauzettel schilderte zu Beginn des ersten Verhandlungstages die schrecklichen Momente in der Bonner Siegaue: "Er schnitt gegen 0.15 Uhr das Zelt der Zeugen auf." Mit der Astsäge habe er das Studentenpärchen bedroht, sechs Euro und eine Lautsprecherbox im Wert von 120 Euro erbeutet. Dann habe er die junge Frau gezwungen, aus dem Zelt zu kommen. "Come out, bitch, I wanna fuck you", habe der Täter gesagt.

"Die Zeugin hatte Todesangst. Er lotste sie zehn Meter weg, zwang sie, sich auf eine Decke zu legen, die er mitgebracht hatte", so die Staatanwältin weiter. Dann habe er die Frau vergewaltigt - ohne Kondom - und sei davongelaufen. Fünf Tage danach erkannte ein Spaziergänger den 31-Jährigen anhand eines Phantombildes, die Polizei nahm ihn fest. Stets beteuerte er seine Unschuld, auch vor Gericht: "Ich weiß gar nichts über den Fall."

Seine Anwälte hätten ihm geraten, von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen, doch davon wollte Eric X. am Montag nichts hören und schilderte ausführlich, wie er in Ghana als Sohn eines reichen Plantagenbesitzers aufwuchs. Er habe eine Menge zu sagen, so der 31-Jährige, der im Gerichtssaal an Händen und Füßen gefesselt war. "Ich verstehe nicht, warum ich schweigen sollte, wenn ich über den Fall gar nichts weiß."

DNA-Spuren sollen den Mann allerdings überführen. Zudem hatte der Ghanaer die Lautsprecherbox des Paares dabei, wie die "Bild" schrieb. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung und räuberische Erpressung, die Opfer sind Nebenkläger im Prozess.

Vor seiner Festnahme lebte der 31-Jährige in einer Flüchtlingsunterkunft, seitdem er im Februar über Italien nach Deutschland eingereist war. Mitte März sollte er abgeschoben werden - doch er klagte dagegen. Nur deshalb hielt er sich zum Tatzeitpunkt noch in Deutschland auf. Das Urteil wird für den 19. Oktober erwartet.

Ein Vergewaltiger und ein Mörder?
In Haft soll der 31-Jährige Beamte angegriffen haben und sitzt deshalb in einem besonders gesicherten Haftraum ein, so die "Bild". Und die Zeitung schreibt, dass er sogar ein Mörder sei: Eric X. habe dem Gutachter anvertraut, dass er in Ghana seinen Schwager erschlagen habe.

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