Fr, 22. Juni 2018

Typische Notfälle

03.07.2017 06:00

Cool bleiben bei sommerlichen Gefahren

In der heißen Zeit lauern mitunter Bedrohungen, welche uns nicht nur die Ferien vermiesen, sondern sogar tödlich enden können. Vorsicht vor Badeunfällen, Insekten und Problemen mit unerträglicher Hitze!

So schön der Sommer ist, er birgt mitunter auch Gefahren, über die man sich das restliche Jahr über wenig Gedanken machen muss. Damit Ihr Urlaub nicht übel endet, haben wir die wichtigsten Sommernotfälle zusammengefasst:

Alptraum aller Eltern: Jährlich ertrinken zwei bis drei Kinder in Österreich, ebenso viele weitere leiden nach Badeunfällen an bleibenden Behinderungen. Univ.-Prof. Dr. Holger Till, Präsident des Vereins "Große schützen Kleine" und Vorstand der Grazer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie, warnt deshalb eindringlich: "Badeunfälle passieren lautlos und innerhalb weniger Minuten. Kinder bis zehn Jahre sollte man deshalb am und im Wasser niemals aus den Augen lassen!" Einer der Gründe für das hohe Risiko bei Kleinkindern ist der sogenannte "Totstellreflex", der bei Kindern bis drei Jahren auftritt. Diese können aus ungeklärter Ursache den Kopf nicht aus dem Wasser heben, selbst wenn die Wassertiefe 10 cm oder weniger beträgt. Gefahrenquellen sind deshalb nicht nur Pools, Biotope oder Teiche, sondern ebenso Planschbecken und Regentonnen.

Zu viel Sonne
Gefährlich wird mitunter auch die Hitze selbst. In der Freude über die Sommertage vergessen viele, dass der Körper davor geschützt werden muss. Laut Dr. Wolfgang Schreiber, Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes, unbedingt ausreichend antialkoholische Getränke konsumieren! "Zwei bis drei Liter Wasser oder verdünnte Säfte pro Tag braucht der Organismus." Weite, luftige Kleidung, Sonnenhut und leichtes Essen machen die Hitze erträglicher. An besonders heißen Tagen ist es ratsam, sich wenig bis gar keinen körperlichen Anstrengungen auszusetzen. Ansonsten beim Outdoor-Sport regelmäßig Pausen einlegen. Geeignete Sonnencreme nicht vergessen! Wenn dem Körper die Temperaturen dennoch zu hoch werden, macht sich das mit bestimmten Warnsignalen bemerkbar: "Kopfschmerzen, Schlappheit, Schwindel, Krämpfe in Armen oder Beinen oder ein trockener Mund - all das kann auf einen Hitzenotfall hindeuten", erklärt Dr. Schreiber. Solche Beschwerden treten bei Sonnenstich (Reizung der Hirnhaut durch direkte Sonneneinstrahlung) und Hitzschlag (Wärmestau im Körper) gleichermaßen auf. "Dann sollte man mit dem Betroffenen in den Schatten gehen und kalte Umschläge auf den Kopf legen. Aufrecht hinsetzen und Wasser trinken", rät Dr. Schreiber. Rettung rufen, wenn sich der Zustand nicht verbessert.

Gefährliche Allergie
Gefahr droht auch aus der Luft: Jeder Mensch, der mindestens einmal in seinem Leben gestochen wurde, kann eine Insektengift-Allergie entwickeln. In Österreich reagieren etwa 300.000 Personen schwer allergisch auf das Gift von Bienen oder Wespen. Das zeigt sich mit Juckreiz und Nesselausschlag am ganzen Körper, Anschwellen von Lippen, Augen, Gesicht oder Hals, Hitzewallungen, Übelkeit und Schwindel. Im schlimmsten Fall folgt innerhalb weniger Minuten ein lebensgefährlicher anaphylaktischer Schock mit Herz-Kreislauf-Problemen, Atemnot, Schluck- und Sprechbeschwerden sowie Bewusstlosigkeit. Ohne sofortige Notfall-Medikamente kann das auch tödlich ausgehen. Diese müssen Betroffene deshalb stets mit sich führen. Im Zweifelsfall immer die Rettung rufen! Mit einer allergen-spezifischen Immuntherapie (AIT) steht Allergikern eine Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, die an der Ursache ansetzt und so den Körper nachhaltig an das Insektengift gewöhnen kann.

Dr. Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.