09.04.2017 13:33 |

Horror-Crash in Sbg

"Warum?": Mutter schreibt Botschaft an Todeslenker

"Warum musste mein Sohn Stefan sterben? Warum hat er drei Familien ins Unglück gestürzt?" Das will Stefans trauernde Mutter nach dem Horror-Crash in Leogang im Salzburger Pinzgau von Todeslenker Knut F. (42) wissen - persönlich. Deshalb wandte sie sich mit ihrer Botschaft über ihren Anwalt Stefan Rieder vom Weißen Ring an die "Krone": Der Norweger sagt nichts dazu. Ihm fehlt die Courage, der leidgeplagten Frau ins Gesicht zu blicken. Trotz allem brachte die Bäuerin die Kraft auf, in die Justizanstalt zu gehen. Mehrmals wollte sie Knut F. sprechen - er verweigerte den Kontakt.

Eineinhalb Monate sind seit dem Schicksalstag vergangen. Trauer zog über den Pinzgau - Stefans junge Partnerin ist seither am Boden zerstört. Drei Jahre waren die beiden ein Paar. Zur Unfallzeit war der Haustechniker auf dem Weg zu ihr, zur Liebe seines Lebens.

Tochter wisse was passiert sei - "es ist ein Geheimnis"
Holmestrand, Norwegen: Dort ist die Familie von Knut F. zu Hause. Die Deutsche, die vor elf Jahren dem Norweger das Jawort gab, und ihre zwei Kinder sind mittlerweile wieder genesen. Körperlich, ja. Aber nicht seelisch. Verwandte stehen ihnen bei. Einer erzählt den hiesigen Ermittlern über ein Gespräch mit der sieben Jahre alten Tochter: Sie wisse, was passiert ist, sagte sie, aber "es ist ein Geheimnis".

Das Mädchen erzählt weiter: "Papi ist zu schnell gefahren. Mami hat 'Stopp' gesagt. Papi hat mit Nein geantwortet." Und ein Satz, den sie äußert, gibt zu denken: Sie und ihr Bruder seien "nicht schuld am Unfall".

Todeslenker schrieb in U-Haft Brief
Was muss in der Familie vorgefallen sein? Aufschlüsse darüber könnte Knut F. selbst liefern. In der Untersuchungshaft schrieb der Kaufmann einen mehrseitigen, kaum lesbaren Brief an seine Frau. Ein Satz sticht heraus: Sie solle daran denken, was sie sich "beim Ringtausch geschworen haben". Die zweifache Mutter hat die Zeilen ihres Gatten nicht angenommen, heißt es aus verlässlicher Quelle.

Zurück in Salzburg läuft das Ermittlungsverfahren wegen Mordverdachts weiter. Eine bedingte Tötungsabsicht sieht die Staatsanwaltschaft aufgrund der bisherigen Erkenntnisse des Verkehrssachverständigen Gerhard Kronreif. Dieser hatte festgestellt, dass der Norweger überhaupt nicht reagiert hat.

Fest steht auch: Der Todeslenker war komplett nüchtern. Das war das Ergebnis der chemisch-toxikologischen Untersuchung. Derzeit arbeitet der Sachverständige Ernst Griebnitz an einem neuropsychiatrischen Gutachten. Dieses könnte weitere Aufschlüsse bringen.

Am 18. April folgt die nächste Haftprüfung im Gericht. In der vorherigen, Mitte März, hatte Knut F. noch gesagt: "Ich kann mich an den Unfall nicht erinnern." Den Tötungsvorwurf stempelte er damals mit einem Wort ab: "Absurd."

Das tödliche Drama von Leogang
20. Februar 2017, gegen 21 Uhr auf der B 164 im Leoganger Ortstteil Hirnreit: Mit einem neuen, geliehenen BMW X5 rast Knut F. mit 150 km/h über den Asphalt. Waghalsige Überholmanöver, irrsinniges Tempo - zudem fährt er auf der falschen Spur.

Rund 150 Meter vor drei Fahrbahnteilern sieht er einen entgegenkommenden Audi A3 - regulär mit Tempo 80 unterwegs. Es kommt zum frontalen Zusammenstoß, Audi-Lenker Stefan N. stirbt. Im Luxus-Geländewagen werden alle Insassen lebensgefährlich verletzt, sie überleben. Fest steht: Der BMW-Fahrer hat weder gebremst noch versucht zu verlenken.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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