18.03.2017 16:55 |

Polizei als "Kunde"

Hausmeister wollte falschen Picasso verkaufen

Nach der Sicherstellung wertvoller Gemälde aus einem spektakulären Einbruchsdiebstahl in Wien erfuhr die "Krone" nun von einem weiteren Kunst-Krimi: Ein Hausmeister aus dem Burgenland hat versucht, gefälschte Bilder berühmter Maler - vorzüglich von Picasso - um insgesamt 71 Millionen Euro zu verkaufen.

Bereits von Jugend an interessiert sich Viktor G. (Name geändert) für Antiquitäten. Eine Leidenschaft, die er irgendwann zu seinem Nebenjob machte, indem er einen Flohmarktstand betrieb, über den er Gegenstände aus Verlassenschaften verkaufte. So wurden drei Männer (zwei Mazedonier, ein Slowene) auf ihn aufmerksam. Erzählten ihm von einem ehemals hochrangigen Politiker aus Serbien, der nun, in der Pension, einen Teil seiner Kunstsammlung 40 Werke von Picasso, Dalí, Chagall, Renoir etc. veräußern wolle.

Und sie baten den Hausmeister um Hilfe bei der Abwicklung ihrer Geschäfte. Der fühlte sich ob der Anerkennung seines Fachwissens geschmeichelt - so erklärt zumindest Verteidiger Tomanek die weitere Vorgehensweise seines Klienten. Und diese war wie folgt: Er engagierte einen (anderen) Anwalt, dem er Echtheitszertifikate zur Prüfung vorlegte, und suchte nach vermögenden Kunden für die Ware.

Scheinkaufgespräch mit der Polizei
Die Polizei bekam davon Wind, zog ebenfalls einen Anwalt hinzu und verabredete sich mit G. und seinen Kollegen in einem Hotel in Mannswörth in Niederösterreich zu einem Scheinkaufgespräch. Bezüglich eines elf Millionen Euro teuren Picasso-Bilds namens "Mandoline Girl". Das Werk: eine Fälschung, genauso wie die anderen von den "Kunsthändlern" angebotenen Gemälde.

Viktor G. und seine Partner wurden mittlerweile wegen versuchten schweren Betrugs angeklagt - Prozess noch vor dem Sommer.

Martina Prewein, Kronen Zeitung

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